„Bei schönem Wetter werden wir aktiv“, sagt Schnell, „und dabei verbrauchen wir natürlich mehr Energie.“ Ganz klar, dass dann auch der Blutzuckerspiegel sinkt. Dazu kommt noch, dass viele Menschen im Sommer weniger essen als in den kalten Wintermonaten, vor allem weniger Fettes und Süßes. Besonders Diabetiker, die Insulin spritzen, merken daher oft, dass sie ihre Dosis plötzlich verringern können, wenn es draußen warm wird. Und umgekehrt erhöhen müssen, wenn die Temperaturen mit Beginn der kalten Jahreszeit wieder sinken.
Mehr Diabetiker im Herbst?
Diabetesforscher Schnell weiß jedoch von einem anderen, interessanten Phänomen zu berichten, das ebenfalls mit dem Wetter zusammenhängt. Zumindest indirekt. „Im Frühjahr und im Herbst erkranken tendenziell mehr Menschen an einem Typ-1-Diabetes als zu anderen Jahreszeiten“, weiß der Experte. Also doch ein Hinweis darauf, dass vielleicht elektrisch geladene Teilchen aus der Atmosphäre auf unseren Stoffwechsel wirken? Doch Oliver Schnell hat auch dafür eine viel einfachere Erklärung: In der Übergangszeit sind nämlich Infekte, vor allem Erkältungen, häufiger als in den übrigen Monaten des Jahres. Schnupfen und Husten sind zwar nicht die Ursache eines Typ-1-Diabetes. Sie können aber bei entsprechend veranlagten Menschen ein Auslöser sein, der die Autoimmunkrankheit zum Ausbruch bringt.