Ich spritze regelmäßig Insulin und trinke gern mal ein Glas Bier, weiß aber nicht, wie ich die Insulindosis am besten berechne. Gibt es dafür eine Faustregel?
Hans T., Passau
Alkohol hemmt die Zuckerproduktion in der Leber und erhöht das Risiko für Unterzuckerungen. Deshalb sollten alkoholische Getränke wie Wein, Bier oder Schnaps nicht mit Insulin abgedeckt werden, auch wenn sie Kohlenhydrate enthalten. Die Empfehlung für Bier lautet: Ein bis zwei Gläser (etwa 0,3 Liter) zur Mahlzeit brauchen nicht beachtet werden.
Für größere Mengen, wie sie in bayerischen Biergärten durchaus üblich sind, gibt es keine Faustformel, da jeder Mensch anders reagiert. Um Unterzuckerungen zu vermeiden, empfehle ich, den Blutzucker vor dem Biergenuss zu messen und die Insulindosis so anzupassen, dass der Zielwert um mindestens 50 mg/dl (2,78 mmol/l) über dem regulären Wert liegt. Alkoholfreies Bier kann in der Regel mit 0,5 KE pro 100 ml berechnet und mit der entsprechenden Insulinmenge abgedeckt werden.
Dr. Astrid Tombek
Ernährungswissenschaftlerin
Diabetes Zentrum Mergentheim,
Bad Mergentheim
Diabetes Ratgeber;
21.09.2011
Bildnachweis: W&B/Privat
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