HbA1c

Der HbA1c-Wert gibt Aufschluss, wie hoch der durchschnittliche Blutzuckerwert der vergangenen Wochen war. Er gilt als Blutzuckergedächtnis und ist in der Diabetesbehandlung ein wichtiger Messwert zur Kontrolle
aktualisiert am 30.11.2016

HbA1c: Der verzuckerte Blutfarbstoff verrät den Blutzuckerspiegel der letzten Wochen

W&B/Bert Bostelmann

Der HbA1c-Wert – auch Langzeitblutzucker oder "Blutzuckerlangzeitgedächtnis" genannt – verrät, wie hoch in den vergangenen acht bis zwölf Wochen der Blutzucker war. Da kurzfristige Blutzuckerschwankungen ihn praktisch kaum beeinflussen, lässt sich so bei Patienten mit Diabetes abschätzen, wie gut die Krankheit in der jüngeren Vergangenheit eingestellt war. Darüber hinaus dient der HbA1c teilweise auch zur Diagnose eines Diabetes. Dieser liegt bei Werten ab 48 mmol/mol (6,5 Prozent) vor.

HbA1c: Verzuckertes Hämoglobin

Die Bezeichnung HbA1c steht für eine Form des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, abgekürzt "Hb", an der Traubenzucker (Glukose) andockt. Der HbA1c-Wert gibt an, wie hoch der Anteil des "verzuckerten" Hämoglobins im Blut ist. Diese Anlagerung von Zuckermolekülen hängt von der durchschnittlichen Blutzuckerhöhe über eine längere Zeit hin ab.

Zucker lagert sich nur langsam an Hämoglobin an. Daher haben kurzzeitige Blutzuckerspitzen auch kaum einen Einfluss auf den HbA1c-Wert. Rote Blutkörperchen, auf denen das Hämoglobin sitzt, leben etwa 120 Tage. Dabei werden ständig ältere, stärker verzuckerte Teilchen gegen junge, noch nicht verzuckerte ausgetauscht. Am besten repräsentiert der HbA1c-Wert die Blutzuckereinstellung der letzten acht bis zwölf Wochen.

HbA1c: Welche Werte sind normal?

Bei gesunden Menschen ohne Zuckerstoffwechselstörung liegt der HbA1c etwa bei 30 mmol/mol beziehungsweise fünf Prozent. Bei Diabetes weichen die Werte meist von diesen Normwert ab.

Diabetes-Therapie: HbA1c-Zielwerte abklären

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfiehlt bei Typ-1-Diabetes HbA1c-Werte unter 58 mmol/mol (7,5 Prozent), falls das ohne schwerwiegende Unterzuckerungen möglich ist. Die HbA1c-Zielwerte vereinbaren Arzt und Patient individuell. Dabei gilt es einerseits die individuellen Möglichkeiten des Betroffenen zu berücksichtigen. Andererseits, dass niedrigere Werte zwar das Risiko von Folgeerkrankungen verringern können, dafür aber die Gefahr von Unterzuckerungen möglicherweise ansteigt.

Beim Typ-2-Diabetes empfiehlt die DDG einen Zielkorridor zwischen 48 und 58 mmol/mol (6,5 bis 7,5 Prozent). Auch hierbei gilt, dass der ideale HbA1c-Wert für einen Patienten immer im Einzelfall festgelegt werden muss. Der HbA1c lässt sich bei Typ-2-Diabetes mit Bewegung, Abnehmen, gesunder Ernährung sowie mit Medikamenten senken. Manchmal ist eine Insulinbehandlung für eine gute Einstellung notwendig. Die notwendige Therapie klärt der Arzt ebenfalls immer mit dem Patienten ab.

HbA1c: Verschiedene Einheiten

Der HbA1c lässt sich mit zwei verschiedenen Einheiten angeben: In Prozent und in Millimol pro Mol (mmol/mol). Die Formel zur Umrechnung von Prozent in Millimol pro Mol lautet dabei:

HbA1c in mmol/mol = (HbA1c in Prozent - 2,15) x 10,929

Bestimmung des HbA1c-Wertes

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