Wie gut sollte der Blutzucker eingestellt sein?

Für jeden Diabetespatienten gelten andere Zielwerte. Dabei sind nicht nur die aktuell gemessenen Blutzuckerwerte wichtig, sondern auch der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c
aktualisiert am 22.11.2016

Wert okay? Die ideale Blutzucker-Einstellung ist von Patient zu Patient verschieden

W&B/Simon Katzer

Bei einem gesunden Menschen schwankt der Blutzuckerspiegel nur wenig. Im nüchternen Zustand liegt er unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Nach einer Mahlzeit bleibt der Wert unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l).

Blutzuckereinstellung: Zwischen Folgeschäden und Unterzucker

Ziel der Diabetestherapie ist es, den Blutzuckerspiegel diesen Normwerten und dem natürlichen Verlauf anzunähern und besonders hohe Werte nach den Mahlzeiten zu vermeiden. Solche kurzzeitigen Blutzuckerspitzen begünstigen die Entwicklung von Gefäßschäden.

Langfristig sind gute Werte wichtig, um Folgekrankheiten an den Nerven, Organen und Blutgefäßen zu verhindern. Auf der anderen Seite dürfen die Blutzuckerwerte nicht so aggressiv gesenkt werden, sodass die Gefahr von Unterzuckerungen besteht.

Blutzucker-Zielwerte bei Diabetes hängen vom Einzelfall ab

Da der Stoffwechsel bei jedem Patienten anders reagiert, müssen Betroffene immer im Einzelfall mit ihrem Arzt abklären, welche Werte bei ihnen sinnvoll sind. Sie sollten so tief sein, dass das Risiko für langfristige Folgeschäden möglichst gering ist, aber hoch genug, dass der Betroffene im Alltag keine Unterzuckerungen erleidet.

Die Zielwerte hängen zum einen davon ab, wie stabil die Stoffwechseleinstellung ist, aber auch von den Lebensumständen des Patienten, seiner Motivation und seinen Möglichkeiten, die Therapie im Alltag durchzuführen.

Verschiedene Einheiten für Blutzucker

Die aktuellen Blutzuckerwerte lassen sich in zwei Einheiten angeben: "Milligramm pro Deziliter" (mg/dl) oder "Millimol pro Liter" (mmol/l).


Beim Langzeitblutzuckerwert HbA1c gelten wiederum andere Einheiten: er wird in "Millimol pro Mol" (mmol/mol) oder in Prozent bestimmt.


Langzeitblutzucker HbA1c: Einstellung der letzten drei Monate

Weil der Blutzuckerwert immer nur eine Momentaufnahme ist, bestimmt der Arzt in regelmäßigen Abständen (idealerweise alle drei Monate) den sogenannten HbA1c-Wert, auch "Langzeitwert" oder "Blutzucker-Gedächtnis" genannt.

Der HbA1c-Wert gibt an, wie viele Traubenzucker-Moleküle an den roten Blutkörperchen angedockt haben – je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr. Da die roten Blutkörperchen eine Lebensdauer von etwa 120 Tagen haben, spiegelt der HbA1c den durchschnittlichen Zuckergehalt im Blut in den vergangenen acht bis zwölf Wochen wieder.

HbA1c: Zielwerte bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Bei Menschen ohne Diabetes liegt der HbA1c um die 30 mmol/mol (5 Prozent). Beim Typ-1-Diabetes empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft einen HbA1c-Wert unter 58 mmol/mol (7,5 Prozent), falls das ohne schwerwiegende Unterzuckerungen oder sonstige Nebenwirkungen möglich ist. Beim Typ-2-Diabetes rät sie zu Zielwerten zwischen 48 und 58 mmol/mol (6,5 bis 7,5 Prozent).

Auch diese genannten HbA1c-Zielwerte sind Richtwerte und keine verbindlichen Grenzen, die um jeden Preis erreicht werden müssen. Die Zielwerte sollten Patienten und Ärzte immer individuell festlegen und dabei die persönlichen Lebensumstände, Begleiterkrankungen und das Alter des Betroffenen berücksichtigen.


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