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Diabetes und Schwangerschaft

Auch Diabetikerinnen können sich auf ein Baby freuen. Ihre Schwangerschaft sollte nach Möglichkeit aber gut geplant sein


Bereit für den Nachwuchs? Nicht nur die Ausstattung für den Knirps muss passen

Eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei Frauen, die schwanger werden möchten oder schwanger sind, stellt eine besondere Herausforderung für die behandelnden Ärzte und die Frau selbst dar.

 

In Deutschland sind etwa 0,8 Prozent der Frauen, die ein Kind zur Welt bringen, zuckerkrank. Zu unterscheiden sind Frauen mit Typ-1-Diabetes von jenen mit Typ-2-Diabetes. Abzugrenzen von einer Zuckerkrankheit, die schon vor der Schwangerschaft bestand, ist der Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes. Hierbei handelt es sich um einen Diabetes, der während der Schwangerschaft erstmals auftritt und meist nach der Geburt wieder verschwindet (mehr dazu im Kapitel "Gestationsdiabetes").

 

Eine Schwangerschaft bei Diabetes ist mit erheblichen Risiken für Mutter und Kind verbunden. Die wichtigste Voraussetzung, um Komplikationen bei der Mutter und Fehlbildungen und andere Schädigungen beim Kind zu vermeiden, ist eine weitgehend normale Stoffwechsellage mit Blutzuckerwerten wie bei Gesunden. Deshalb sollten Frauen mit Diabetes ihre Schwangerschaft planen, eigene Risiken mit ihrem Diabetologen abklären und schon vor der Empfängnis den Blutzucker möglichst gut unter Kontrolle bringen.


Während der Schwangerschaft arbeiten Diabetologe und Frauenarzt eng zusammen. Sofern bei der Mutter diabetische Folgeerkrankungen bestehen, werden weitere Spezialisten (Augenarzt, Nephrologe = Nierenspezialist) eingebunden.

 

Später kommt ein Kinderarzt dazu, der die Entwicklung des Kindes beobachten und bei der Geburt dabei sein wird. Er wird das Neugeborene sofort untersuchen und betreuen, um mögliche Komplikationen während der ersten Lebenstage wie Atemprobleme und schwere Unterzuckerungen vermeiden oder schnell behandeln zu können. Die Entbindung von schwangeren Diabetikerinnen sollte immer in einer Klinik erfolgen, die zur Versorgung von Frühgeborenen und Neugeborenen mit besonderen Problemen zugelassen ist (Perinatalzentrum).

 

Wird die Schwangerschaft geplant, sorgfältig überwacht und der Diabetes optimal behandelt, sind die Chancen gut, ein normal entwickeltes Kind auf natürlichem Weg entbinden zu können. Die ersten und wichtigsten Ansprechpartner sind Frauenärztin / Frauenarzt sowie Diabetologin / Diabetologe. Diese Ärzte werden alle notwendigen Untersuchungen vornehmen, die für den Verlauf der Schwangerschaft wichtig sind. Gemeinsam mit ihnen sollte auch die aktuelle Medikation überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

 

Kinder diabeteskranker Mütter haben ein erhöhtes Risiko, in ihrem weiteren Leben ebenfalls Diabetes mellitus zu bekommen. Bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes normalisiert sich der Blutzucker nach der Entbindung meist wieder. Doch es besteht eine erhebliche Gefahr, dass sie bei einer weiteren Schwangerschaft oder zu einem späteren Zeitpunkt erneut erkranken.

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Aus der Experten-Sprechstunde

www.diabetes-ratgeber.net; 13.09.2005, aktualisiert am 10.07.2010
W&B/Fancy

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