Typische Symptome deuten auf die Krankheit hin. Mit Labortests lässt sich der Verdacht auf Typ-1-Diabetes bestätigen
Die typischen Beschwerden (siehe Kapitel Symptome) sind bereits deutliche Hinweise auf eine Zuckerkrankheit. Eine mit Teststreifen einfach nachzuweisende Zuckerausscheidung im normalerweise zuckerfreien Urin ist ein weiteres Indiz.
Ausschlaggebend für die Diagnose ist aber die Bestimmung der Zuckerkonzentration im Blut. Die Messung kann entweder im venösen Blutplasma oder im kapillären Vollblut erfolgen. Wird bei einem Patienten mit typischen Symptomen ein Glukosewert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder höher festgestellt, ist der Diabetes nachgewiesen. Für das venöse Plasma wird Blut aus der Armbeuge entnommen, kapilläres Vollblut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen. Wichtig: Die Diagnose darf nur mit einem nasschemischen Verfahren im ärztlichen Labor gestellt werden, Testgeräte für die Selbstkontrolle des Patienten sind hierfür nicht genau genug. Außerdem wird ein Ketonkörpertest im Blut oder Urin durchgeführt, um festzustellen, ob und in welchem Ausmaß sich bereits eine Ketoazidose (siehe Kapitel Symptome) entwickelt hat, die ein verschärftes Vorgehen erfordern würde.
Wenn bereits so viele B-Zellen zerstört sind, dass das noch vorhandene Insulin für einen normalen Stoffwechsel nicht mehr ausreicht, beschleunigt sich die Entwicklung zum Vollbild des Diabetes mit Ketoazidose. Innerhalb weniger Tage kann sich der Zustand des Patienten dramatisch verschlechtern. Dies gilt besonders für junge Menschen, während bei älteren Erwachsenen der Insulinmangel häufig langsamer zunimmt. Ein sehr milder Diabetesbeginn mit nur wenigen und leichten Symptomen ist bei Kindern und Jugendlichen sehr selten, aber typisch für einen Diabetes vom LADA-Typ.
Bei Zweifeln am Diabetes-Typ kann es sinnvoll sein, nach diabetesspezifischen Autoantikörpern zu suchen. Um bei nicht eindeutigen Symptomen einen Diabetes zu diagnostizieren, werden mehrere Blutzuckerbestimmungen durchgeführt. Wiederholte Werte zu beliebigen Zeitpunkten ab 200 mg/dl (11,1 mmol/l) und höher im venösen Plasma oder kapillären Vollblut sichern die Diagnose. Aber auch ein Nüchternwert ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l) im venösen Plasma oder ab 110 mg/dl (6,1 mmol/l) im kapillären Vollblut ist beweisend. Eine orale Glukosebelastung (OGTT), wie sie zur Diagnose eines Typ-2-Diabetes häufig zum Einsatz kommt, ist beim Typ 1 in aller Regel entbehrlich.
www.diabetes-ratgeber.net;
04.11.2008, aktualisiert am 27.06.2010
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