Der diabetische Fuß geht in erster Linie auf Nervenstörungen zurück, wird aber gefördert durch Veränderungen der großen und kleinen Gefäße. Die Haut an Beinen und Füßen ist durch Ausfall der Schweißsekretion trocken-rissig und damit besonders anfällig für Verletzungen. Die Warnfunktion durch Schmerz entfällt bei Neuropathie, damit wird eine rechtzeitige Wundversorgung verschleppt. Die eingeschränkte Durchblutung und geschwächte Abwehrkräfte bei hohem Blutzucker verzögern oder verhindern die Heilung. So können sich banale Hautschäden durch Druckstellen (häufig durch zu enge Schuhe!), Risse, kleinste Verletzungen oder Fußpilz ungestört infizieren und ausbreiten.
Gelingt es nicht, die Wunde zu heilen, kann die Amputation von Zehen, Fuß, Unterschenkel oder des ganzen Beins erforderlich werden. Mehr als 30.000 Amputationen als Folge des diabetischen Fußsyndroms werden jedes Jahr in Deutschland vorgenommen. Um keine Verletzung zu übersehen, sollte deshalb jeder Diabetiker mit mehrjähriger Erkrankungsdauer seine Füße täglich auf Hautveränderungen kontrollieren (Fußsohlen mit Hilfe eines Handspiegels). Zudem sollte eine Fußkontrolle bei jedem Kontakt mit Hausarzt und Diabetologen obligatorisch sein. Wegen der langwierigen und aufwändigen Behandlung ist die Versorgung des diabetischen Fußes zum Spezialgebiet in der Diabetologie geworden.
www.diabetes-ratgeber.net;
04.11.2008, aktualisiert am 26.03.2012
Bildnachweis: CCVision/RYF
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