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Diabetes mellitus Typ 1:
Therapie (1) – Ziele

Jeder Patient ist anders. Die Behandlung sollte sich an den individuellen Bedürfnissen orientieren

Teenager

Lebensqualität trotz Diabetes heißt ein wichtiges Therapieziel

Beim Typ-1-Diabetes muss das fehlende Insulin lebenslang ersetzt werden. Während der ersten Wochen und Monate kann es unter der Insulinbehandlung zwar vorkommen, dass sich die geschädigten B-Zellen erholen und in geringem Ausmaß die Insulinproduktion wieder aufnehmen. Diese Phase wird als Remission bezeichnet. Die täglich mit der Spritze zu injizierende Insulindosis geht dabei mehr oder weniger zurück. Nur selten können für kurze Zeit die Insulininjektionen sogar ganz ausgesetzt werden. Doch darf die Remission nicht dazu verleiten, auf eine Heilung des Diabetes zu hoffen. Die Autoimmunreaktion läuft weiter ab und kommt erst zum Stillstand, wenn die B-Zellen so weit zerstört sind, dass es keine nennenswerte Insulinproduktion mehr gibt. Von da an muss Insulin täglich in einer Größenordnung von bei Erwachsenen etwa 0,5 bis 0,8 IE (Internationale Einheiten) pro Kilogramm Körpergewicht zugeführt werden.

 

Bei der Behandlung des Typ-1-Diabetes geht es um eine Vielzahl von Zielen (siehe unten). Unter Berücksichtigung von Alter, Lebenserwartung, psychosozialen Aspekten, besonders aber der Bereitschaft und Fähigkeit, Selbstverantwortung für die Therapie im Alltag zu übernehmen, sollten Arzt und Patient realistische kurz- und langfristig zu erreichende Therapieziele definieren. Neben der Beseitigung akuter Symptome sollte dabei auf die Lebensqualität geachtet werden.


Therapieziele:

– Symptomfreiheit
– Lebensqualität
– Verhinderung akuter Komplikationen
– Verhindern von Folgeerkrankungen
– Vermeiden einer verkürzten Lebenserwartung
– bestmögliche Normalisierung des Blutzuckerverlaufs
– altersgemäße körperliche, geistige und seelische Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen
– Integration im sozialen Umfeld

 

Je anspruchsvoller die Ziele, umso aufwändiger werden die Insulintherapie und die Begleitung durch das Diabetesteam ausfallen. Dabei sollte den Betreuern bewusst sein, dass die Betroffenen in der Regel nicht so sehr unter dem Diabetes als vielmehr unter den häufig als lästig empfundenen Behandlungsmaßnahmen, Einschränkungen und sozialen Belastungen leiden oder aber bei ihnen ganz andere Probleme als die Gesundheit im Mittelpunkt stehen.

 

Längst nicht jeder Diabetespatient wird deshalb die Möglichkeiten der modernen Insulintherapie ausschöpfen und einen nahezu normalen Blutzuckerverlauf anstreben oder bereit sein, die dafür erforderlichen Leistungen zu erbringen. Allgemeingültige Therapieziele gibt es deshalb nicht. Sie sollten immer individuell auf den jeweiligen Patienten in seiner gegenwärtigen Lebenssituation abgestimmt sein und sich ändernden Lebensumständen angepasst werden. Das Maximalziel "Normale Blutzuckerwerte", so sinnvoll es unter rein medizinischen Gesichtspunkten ist, lässt sich im Alltag auch mit der aufwändigsten Therapie nur schwer auf Dauer realisieren. Es würde die meisten Betroffenen überfordern und schnell in Resignation enden.



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www.diabetes-ratgeber.net; 04.11.2008, aktualisiert am 27.06.2010
Image Source/ RYF

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