Insulin wird meist an Bauch, Gesäß oder Oberschenkel unter die Haut (subkutan) gespritzt, von wo aus es allmählich in den Kreislauf gelangt. Die seit Beginn der Insulintherapie 1922 verwendeten Glasspritzen wurden in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch handliche Einmalspritzen mit sehr feiner Kanüle ersetzt. Doch auch mit ihnen musste das Insulin vor der Injektion aus einer Ampulle aufgezogen werden, wobei immer wieder Fehler und Ungenauigkeiten passierten. Mittlerweile verwenden viele Diabetiker so genannte Pens. Das sind Injektionshilfen, die einem Kugelschreiber ähneln. Sie enthalten eine Patrone, aus der durch einfaches Betätigen eines Druckknopfs oder Schiebers die gewünschte Insulindosis sehr exakt über eine dünne Injektionsnadel abgegeben wird. Vor allem die intensivierte Insulintherapie wird dadurch wesentlich erleichtert. Auch bereits gefüllte Einmal-Pens stehen zur Verfügung, die entsorgt werden, wenn das Insulin aufgebraucht ist.
Insulinpumpentherapie
Noch besser lässt sich die Insulinsekretion eines Gesunden mit einer Pumpe nachahmen. Im high-tech-Gerät in Größe einer Zigarettenpackung steckt eine auswechselbare Patrone mit einem schnell und kurz wirkenden Insulin. Die Pumpe gibt kontinuierlich über einen dünnen Schlauch (Katheter), der mit einer sehr feinen Kanüle in der Haut des Oberbauchs steckt, das für den Ruhestoffwechsel benötigte Insulin (Basalrate) ins Unterhautfettgewebe ab. Dabei kann die Basalrate sehr fein abgestimmt und genauer, als es mit einer Injektionsbehandlung möglich ist, in Intervallen von einer oder sogar einer halben Stunde an den individuellen Bedarf angepasst werden. Unterschiedliche Basalraten für Arbeitstage, Wochenenden, Schichtarbeit und Sport sind möglich. Das für Mahlzeiten oder die Korrektur von hohen Blutzuckerwerten benötigte Insulin (Bolus) gibt der Pumpenträger zusätzlich per Knopfdruck ab.
Insulinpumpe. Für die komplette Grafik bitte auf die Lupe klicken. 1) Der Motor drückt den Stopfen nach vorne, so dass Insulin abgegeben wird. 2) Display. 3) Ampulle mit Insulinvorrat. 4) Batterie. 5) Der Adapter verbindet Ampulle und Katheter. 6) An der Katheterkupplung kann die Pumpe vorübergehend abgekoppelt werden. 7) Über Katheter und Kanüle gelangt Insulin in den Körper. 8) Bedienungstasten
Für einen erfolgreichen Einsatz der Insulinpumpe ist eine zusätzliche Schulung Voraussetzung. Die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten für die Pumpe und das teure Zubehör nur, wenn auch mit Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Blutzuckerverlauf nicht in den Griff zu bekommen ist. Dies ist besonders häufig bei Kleinkindern der Fall. Ihr geringer Insulinbedarf von nur wenigen Einheiten pro Tag lässt sich nur schwer mit Spritzen auf mehrere Injektionen verteilen, so dass die Pumpenbehandlung für Kleinkinder zur Therapie der Wahl geworden ist. Von rund 200.000 Typ-1-Diabetikern in Deutschland tragen gut 30.000 eine Insulinpumpe.
Inhalierbares Insulin
Für kurze Zeit war ein Insulin zum Inhalieren auf dem Markt (Exubera). Dieses konnte sich weder bei Ärzten noch Patienten durchsetzen. Außerdem gab es Sicherheitsbedenken und Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Die Produktion wurde inzwischen eingestellt. Allerdings wird von einzelnen Firmen weiterhin an der Entwicklung eines markttauglichen Insulinpräparates zum Inhalieren gearbeitet.
www.diabetes-ratgeber.net;
04.11.2008, aktualisiert am 26.03.2012
Bildnachweis: W&B/Martina Ibelherr, W&B/Christine Schneider
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