Eine Schulung bereitet Patienten auf den Alltag mit der Krankheit vor. Die langfristige medizinische Betreuung erfolgt idealerweise durch ein Team aus verschiedenen Berufsgruppen
Alles im Blick: Viele Patienten werden ihr eigener Experte
In der Regel führt ein Mensch mit Typ-1-Diabetes seine Therapie im Alltag selbstständig durch. Bei Kindern übernehmen Eltern diese Aufgabe. Der Diabetologe und sein Team werden dann nur noch zu Verlaufskontrollen aufgesucht und bei speziellen Fragen um Rat gefragt.
Die Schulung vermittelt in etwa 20 Lektionen Wissen und praktische Fertigkeiten und bereitet den Betroffenen auf die Übernahme von Verantwortung für das Leben mit Diabetes vor. Dabei wird auch auf mögliche Probleme eingegangen, die sich aus Erkrankung und Therapie im psychosozialen Bereich ergeben könnten. Bei Kindern sind Schwierigkeiten in Kindergarten und Schule nicht selten, Jugendliche rücken leicht in eine Außenseiterposition, die mit der Insulinbehandlung verbundene Unterzuckerungsgefahr könnte Konsequenzen am Arbeitsplatz und mit dem Führerschein nach sich ziehen. Es ist Aufgabe der Schulung, auch hierauf vorzubereiten und Hilfen und Lösungsmöglichkeiten zu besprechen.
Die mit der Schulung und Betreuung von Typ-1-Diabetikern verbundenen Aufgaben sind so vielfältig und umfangreich, dass ein auf den Diabetes spezialisierter Arzt sie alleine nicht wahrnehmen kann. Er wird deshalb unterstützt von einer Diabetesberaterin (Krankenschwester oder Diätassistentin mit intensiver Zusatzausbildung) und meist noch weiteren Fachkräften, zum Beispiel für Ernährung und psychosoziale Fragen. Bei Besonderheiten wie Schwangerschaft oder fortgeschrittenen Folgeerkrankungen werden weitere Spezialisten hinzugezogen. Damit werden Schulung und Betreuung des Typ-1-Diabetikers zur Teamarbeit.
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft als Fachorganisation der an der Diabetesbetreuung und -Forschung beteiligten Fachkräfte bietet diabetologische Fortbildungen für unterschiedliche Berufe an, gibt ständig aktualisierte Behandlungs-Leitlinien heraus und zertifiziert Praxen und Einrichtungen, die eine umfassende Betreuung praktizieren. So soll sichergestellt werden, dass jeder Mensch mit Typ-1-Diabetes ein Leben führen kann, das trotz der Erkrankung so wenig wie möglich eingeschränkt ist.
www.diabetes-ratgeber.net;
04.11.2008, aktualisiert am 27.06.2010
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