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Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus vom Typ 2 ist eine der wichtigsten Volkskrankheiten überhaupt. Hier finden Sie Informationen über Vorbeugung, Diagnose und Behandlung.

Blutzucker messen

Die Blutzuckerkontrolle ist für viele Menschen mit Diabetes Routine

Was ist Typ-2-Diabetes?

Diabetes mellitus vom Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, die zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führt. Der erhöhte Blutzucker schädigt auf Dauer Blutgefäße und Nerven. Das kann zu zahlreichen Organproblemen führen. Folgekrankheiten des Diabetes sind beispielsweise: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden, Erektionsstörungen und viele andere. Die Bezeichnung "Spätschäden" ist irreführend, weil viele Diabetes-Folgekrankheiten bereits in einem sehr frühen Stadium des Diabetes auftreten können – oft sogar schon, wenn erst ein Prädiabetes (ein Diabetes-Vorstadium) besteht.

In der Vergangenheit wurde der Typ-2-Diabetes gerne auch als "Alterszucker" bezeichnet. Tatsächlich erkranken in erster Linie ältere Menschen daran. Doch weil immer mehr Menschen schon in jungen Jahren stark übergewichtig sind und sich nur wenig bewegen, erkranken zunehmend auch 30- bis 40-Jährige an Typ-2-Diabetes. Immer häufiger wird die Krankheit auch bei Kindern und Jugendlichen festgestellt.

"Diabetes mellitus" ist eine der ältesten bekannten Krankheiten, die schon in einem ägyptischen Papyrus beschrieben ist. Weil der Urin der Kranken durch den ausgeschiedenen Zucker so süß war, wurde sie als "honigsüßer Durchfluss" (Diabetes mellitus) bezeichnet.

 

Wie häufig ist Typ-2-Diabetes?

In Deutschland leiden derzeit rund sieben Millionen Menschen an einem medikamentös behandelten Diabetes mellitus – rund 90 Prozent davon an Typ-2-Diabetes. Dazu kommen bis zu vier Millionen Menschen, deren Diabetes noch nicht diagnostiziert wurde. Da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit ist und es in Deutschland kein bundesweites Diabetes-Register gibt, sind exaktere Angaben nicht möglich.

Darüberhinaus schätzen Experten, dass sich in Deutschland rund elf Millionen Menschen  in einem  Vorstadium des Typ-2-Diabetes befinden (Prädiabetes). Diese Menschen haben ein hohes Risiko, in den nächsten Jahren ebenfalls an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

 

Der Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der infolge einer Fehlsteuerung des Abwehrsystems die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Das führt zu einem absoluten Mangel an Insulin. Dieses Hormon schleust den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen, die ihn zur Energiegewinnung brauchen. Ohne Insulin steigt der Blutzuckerspiegel rasch an. Wer Typ-1-Diabetes hat, muss daher von Anfang an regelmäßig Insulin spritzen. Oft erkranken schon Kinder (Durchschnittsalter 8 Jahre). Aber auch alte Menschen können an Typ-1-Diabetes erkranken. Im Gegensatz zum Typ-2-Diabetes spielt die Vererbung beim Typ-1-Diabetes übrigens eine untergeordnete Rolle.

Typ-2-Diabetes (siehe auch nächstes Kapitel: Die Ursachen) ist dagegen eine Erkrankung, bei der zunächst weniger der Mangel an Insulin im Vordergrund steht. Vielmehr kommt es infolge einer erblichen Veranlagung, gefördert durch Übergewicht und Bewegungsmangel, zu einer Insulinresistenz. Das bedeutet: Die Zellen werden unempfindlich (resistent) auf Insulin, sodass das Hormon den Zucker nicht mehr einschleusen kann. Deshalb steigt der Blutzuckerspiegel. Um die Insulinresistenz zu überwinden, produziert die Bauchspeicheldrüse zunächst mehr Insulin. Im Laufe der Jahre lässt die Insulinproduktion jedoch nach, die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse "erschöpfen" sich und der Blutzuckerspiegel steigt. Typ-2-Diabetes kann, im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes, anfangs meist durch eine Umstellung des Lebensstils behandelt werden, die sich günstig auf die Insulinresistenz auswirkt. Außerdem helfen Tabletten, die die Insulinwirkung verbessern oder die Insulinausschüttung anregen. Im Laufe der Zeit müssen jedoch auch viele Typ-2-Diabetiker Inbsulin spritzen.

Neben Typ-1-und Typ-2-Diabetes gibt es eine Reihe weiterer, seltenerer Diabetesformen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.diabetes-ratgeber.net; 09.11.2009, aktualisiert am 13.08.2010
W&B/Bernhard Limberger

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