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Diabetes und Übergewicht lassen Gehirn schrumpfen

Wer Diabetes hat, raucht, unter hohem Blutdruck leidet oder einfach nur ein paar Kilo zu viel mit sich herumträgt, der risikiert, vorzeitig an Demenz zu erkranken


Übergewicht und Rauchen: Eine Kombi, die dem Gehirn Schaden zufügt

Männer, die rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck haben oder zu dick sind, leben mit einem deutlich erhöhten Demenz-Risiko. Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Untersuchung. Forscher hatten die Daten von 1.352 Männern mittleren Alters ausgewertet, die an der Framingham-Studie teilnehmen.

Im Rahmen der Framingham-Studie werden seit Jahrzehnten die Gesundheitsdaten und Lebensumstände zahlreicher Einwohner der amerikanischen Ortschaft Framingham ausgewertet, um Aufschlüsse darüber zu erhalten, wie sich bestimmte Lebensgewohnheiten auf die Gesundheit auswirken. Die Studie lieferte beispielsweise 1960 erste Belege dafür, dass Rauchen Herzkrankheiten fördert.

Bei den Studienteilnehmern wurden das Körpergewicht (Body Mass Index, BMI) und der Taillen-Hüft-Umfang, außerdem Blutdruck, Cholesterinspiegel und Blutzucker gemessen. Zusätzlich erfolgten in mehrjährigem Abstand Kernspintomographie-Untersuchungen des Gehirns.

Hirnvolumen schrumpft, Denkleistung lässt nach

Es zeigte sich, dass Teilnehmer mit hohem Blutdruck, Diabetes, Übergewicht oder Nikotinkonsum im Laufe der Jahre deutlich mehr Hirnmasse verloren (wobei der Schwund unterschiedliche Hirnregionen betraf) als Teilnehmer ohne die jeweiligen Risikofaktoren. In Tests zur Hirnleistung schnitten sie ebenfalls schlechter ab.

Insbesondere Übergewicht schien das Hirn rasch "verkümmern" zu lassen, fanden die Forscher heraus. Hirnvolumen und Denkleistung ließen bei übergewichtigen Männern mittleren Alters mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit nach als bei normalgewichtigen Männern.

So richtig "neu" sind diese Ergebnisse freilich nicht. Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes sind bekannte Risikofaktoren für Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen – auch im Gehirn, und auch mit der möglichen Folge einer Demenzerkrankung. Interessant ist allerdings, dass die Veränderungen bei Männern mittleren Alters innerhalb weniger Jahre so deutlich fortschreiten, wie es jetzt in dieser Studie mit aufwändigen Tests nachgewiesen wurde. Und vielleicht fördern diese Erkenntnisse  bei dem einen oder anderen Risikokandidaten ja doch die Motivation, sich zu einem gesünderen Lebensstil bekehren zu lassen.



AB/www.diabetes-ratgeber.net; 08.09.2011, aktualisiert am 09.09.2011
Bildnachweis: Panthermedia/Kati Neudert

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