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Hoffnung auf neue Therapie gegen Typ-2-Diabetes

Forscher aus Zürich haben eine Entdeckung gemacht, die dabei helfen könnte, die Therapie der Volkskrankheit Diabetes mellitus deutlich zu verbessern


Insulin spritzen und Blutzucker messen: Alltag zahlloser Diabetes-Patienten

In Deutschland leiden rund acht bis zehn Millionen Menschen an Diabetes mellitus vom Typ 2. Dessen wichtigste Ursache ist eine Insulinresistenz, meist auf dem Boden einer erblichen Disposition. Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin hat die Aufgabe, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Bei einer Insulinresistenz ist die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin beeinträchtigt, so dass der Zucker im Blut bleibt. Um diesen Zustand zu überwinden, schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus. Irgendwann versagt dieser Kompensationsmechanismus und die Blutzuckerwerte steigen an.

Jetzt haben Forscher des Instituts für molekulare Systembiologie der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich um Markus Stoffel eine wichtige Entdeckung gemacht: Sie fanden heraus, dass kleine RNS-Stränge – das sind spezielle Molekülketten – ein Gen blockieren, das eine zentrale Rolle für die Zuckeraufnahme in Leber- und Fettzellen spielt. Leber und Fettgewebe sind besonders wichtige Speicherorte für überschüssigen Zucker. Zieht man diese RNS-Stränge aus dem Verkehr, verbessert sich die Insulinempfindlichkeit der Zellen deutlich, so dass der Zucker wieder in sie hinein gelangt.


Eine Spritze verbessert die Insulinempfindlichkeit

Bei den RNS-Strängen handelt es sich um miRNA 103 und miRNA 107. Sie kommen sowohl bei fettleibigen Mäusen als auch bei fettleibigen Menschen in hoher Zahl vor. Je mehr davon vorhanden sind, desto ausgeprägter ist die Insulinresistenz der Leber- und Fettzellen.

Den Forschern gelang es in Tierversuchen, die RNS-Stränge auszuschalten, indem sie Mäusen miRNS-Gegenspieler spritzten, sogenannte Antagomire. Einmal gespritzt, waren diese Antagomire wochenlang wirksam. Die Fettzellen reagierten dabei stärker als die Leberzellen.

Ob sich aus dieser Entdeckung ein Medikament entwickeln lässt, das dabei hilft, die Insulinempfindlichkeit auch bei Menschen zu verbessern und Typ-2-Diabetes zu behandeln, muss sich erst noch zeigen. Bislang zielt die Therapie des Typ-2-Diabetes in erster Linie darauf ab, die Insulinresistenz durch Lebensstilmaßnahmen (Abbau von Übergewicht und regelmäßige Bewegung) zu verbessern. Außerdem gibt es verschiedene Medikamente, die in erster Linie die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse anregen. Der Wirkstoff Pioglitazon kann die Insulinempfindlichkeit verbessern, darf jedoch seit April 2011 nur noch in begründeten Ausnahmefällen zu Lasten der gesetzlichen Kassen verordnet werden.



AB / www.diabetes-ratgeber.net; 05.07.2011, aktualisiert am 11.07.2011
Bildnachweis: W&B/Marcel Weber

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