Diabetes mellitus Typ 2

Bei einem Typ-2-Diabetes sind die Blutzuckerwerte erhöht. Der Grund dafür ist eine Insulinresistenz. Eine Therapie mit Lebensstiländerungen und Medikamenten kann den Verlauf günstig beeinflussen
aktualisiert am 01.03.2017

Typ-2-Diabetes: Patienten können den Verlauf der Krankheit beeinflussen

iStock / F1online

Was ist ein Typ-2-Diabetes?

Der Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, bei welcher der Zuckerspiegel im Blut erhöht ist. Der Grund dafür ist eine Insulinresistenz. Bei dieser sprechen die Körperzellen schlechter auf Insulin an. Das Hormon hat eigentlich die Aufgabe, die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zellen weiterzuleiten. Bei einer Insulinresistenz gelingt das nur unzureichend – der Zucker staut sich in den Blutgefäßen an.

Vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel fördern eine Insulinresistenz. Aber auch genetische Veranlagung spielt eine Rolle.


Warum ist ein Typ-2-Diabetes gefährlich?

Erhöhte Blutzuckerwerte verursachen keine äußerlich bemerkbaren Beschwerden. Im Körperinneren schädigen sie jedoch langfristig die Blutgefäße, Nerven und zahlreiche Organe.

Die wichtigsten Folgekrankheiten sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden und Nervenstörungen. Sie entwickeln sich meist schleichend über Jahre hinweg. Oft bestehen zum Zeitpunkt der Diagnose bei Typ-2-Diabetes aber schon erste Schäden.


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Wie wird ein Typ-2-Diabetes behandelt?

Zur Behandlung reichen anfangs meist Medikamente und Änderungen beim Lebensstil aus, um die Insulinwirkung zu verbessern. Wichtig sind hier viel Bewegung, der Abbau von Übergewicht und eine gesunde Ernährung. Beherzigt ein Patient im Anfangsstadium eines Typ-2-Diabetes diese Tipps, kann die Krankheit sogar vorübergehend wieder verschwinden.

In der Regel schreitet der Diabetes über die Jahre hinweg weiter fort. Viele Patienten gelangen dann irgendwann zu einem Punkt, an dem Tabletten allein nicht mehr ausreichen. Sie müssen zusätzlich Insulin spritzen, um ihre Blutzuckerwerte in den Griff zu kriegen.

Was heißt "Diabetes mellitus"?

Diabetes ist eine der ältesten bekannten Krankheiten. Er wurde schon in der Antike in einem ägyptischen Papyrus beschrieben. Weil der Urin der Kranken durch den ausgeschiedenen Zucker süßlich schmeckte, wurde sie als "honigsüßer Durchfluss" bezeichnet – auf lateinisch "Diabetes mellitus".

Wie häufig ist Typ-2-Diabetes?

Verlässliche Daten zur Häufigkeit in Deutschland gibt es nicht, da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit ist. Vermutlich leben bundesweit derzeit rund sieben Millionen Menschen mit  einem Diabetes, der mit Medikamenten behandelt wird – der überwiegende Anteil (über 90 Prozent) sind Typ-2-Diabetiker. Dazu kommen vermutlich bis zu zwei Millionen Menschen, die Diabetes haben, aber noch nichts davon wissen.

Tritt Diabetes Typ 2 nur im Alter auf?

In der Vergangenheit wurde der Typ-2-Diabetes gerne auch als "Alterszucker" bezeichnet. Tatsächlich erkranken in erster Linie ältere Menschen daran. Allerdings leiden zunehmend auch jüngere Menschen an Typ-2-Diabetes. Grund dafür ist, dass immer mehr Menschen schon in jungen Jahren stark übergewichtig sind und sich nur wenig bewegen – beides gilt als die Hauptursache von Diabetes Typ 2. Immer häufiger stellen Ärzte die Krankheit auch bei Kindern und Jugendlichen fest. In den USA haben etwa ein Viertel der Jugendlichen Diabetes oder eine Vorstufe davon. Die Bezeichnung "Alterszucker" ist also längst nicht mehr korrekt.

Der Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes

Dem Typ-2-Diabetes liegt eine Insulinresistenz zugrunde. Das bedeutet, dass die Körperzellen immer weniger auf Insulin ansprechen, bis sie schließlich unempfindlich – resistent – werden. Das Hormon kann den Zucker dann nicht mehr in die Zellen schleusen. Infolgedessen steigt der Blutzuckerspiegel an. Ursachen der Insulinresistenz sind vor allem erbliche Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Zur Behandlung reichen zu Beginn meist Abnehmen, Sport und Tabletten aus. Erst wenn nach vielen Jahren Erkrankungsdauer die Insulinproduktion versiegt, müssen Patienten mit Typ-2-Diabetes Insulin spritzen.

Typ-1-Diabetes ist dagegen eine Autoimmunerkrankung. Das Abwehrsystem des eigenen Körpers zerstört dabei oft innerhalb weniger Wochen die Insulin produzierenden Zellen, die sich in der Bauchspeicheldrüse befinden. Das führt zu einem Mangel an Insulin. Warum es zu der Autoimmunreaktion bei Typ-1-Diabetes kommt, ist noch nicht geklärt.

Wer Typ-1-Diabetes hat, muss von Anfang an Insulin spritzen, um seinen Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Oft entsteht die Krankheit schon im Kinder- und Jugendalter. Ein Typ-1-Diabetes ist nicht heilbar. Mit Lebensstilmaßnahmen lässt sich der Verlauf der Krankheit nicht beeinflussen.

Neben Typ-1-und Typ-2-Diabetes gibt es eine Reihe weiterer Diabetesformen, die jedoch sehr selten sind.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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