Diabetes und Schwangerschaft:
Was ist Diabetes mellitus?

Die wichtigsten Fakten zur Krankheit

Der Begriff Diabetes mellitus bedeutet "honigsüßer Durchfluss". Er stammt aus einer Zeit, in der die Diagnose anhand einer Urin-Geschmacksprobe gestellt wurde, die durch die Zuckerausscheidung süß ausfiel. Im Deutschen wird die Krankheit oft kurz "Zucker" genannt. Wichtig ist die Unterscheidung der Diabetes-Typen. Beim Diabetes Typ 1 liegt ein "echter" Insulinmangel vor. Ausgelöst durch eine Fehlreaktion des Immunsystems zerstören körpereigene Abwehrkräfte die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Das für die Senkung des Blutzuckers unentbehrliche Hormon Insulin fehlt und muss lebenslang durch tägliche Injektionen oder eine Insulinpumpe zugeführt werden. An Typ-1-Diabetes erkranken überwiegend, aber nicht ausschließlich, junge Menschen. Die Fehlreaktion des Immunsystems ist zu einem geringen Anteil genetisch bedingt.

Der Diabetes Typ 2 ist der typische "Alterszucker", wird seit Jahren aber zunehmend häufiger auch bei jüngeren, meist übergewichtigen Menschen diagnostiziert und vereinzelt sogar schon bei Kindern. Bei diesem Diabetes-Typ ist die Bauchspeicheldrüse zwar zunächst noch in der Lage, Insulin zu bilden. Dieses kann jedoch an den Insulinrezeptoren im Körper nicht so wie üblich wirken – man spricht von einer Insulinresistenz. Der Typ-2-Diabetes ist oft ein Teil des so genannten Wohlstandssyndroms (metabolisches Syndrom), zu dem Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck und Störung des Fettstoffwechsels zählen.

Bei der Therapie des Typ-2-Diabetes steht eine Änderung der Lebensgewohnheiten an erster Stelle. Um das Übergewicht zu reduzieren, muss die Ernährung umgestellt und die Bewegung (Sport, körperliche Arbeit) gesteigert werden. Allein hierdurch kann die Insulinresistenz deutlich gebessert werden. Erst wenn diese Maßnahmen nicht reichen, wird zusätzlich mit Tabletten (orale Antidiabetika) behandelt (sofern keine Schwangerschaft vorliegt). Hierzu gibt es eine Vielzahl an Wirkstoffen, die entweder die Insulinsekretion fördern oder das noch vorhandene eigene Insulin besser wirken lassen. Häufig wird eine Kombination mehrerer Wirkstoffe eingesetzt. Genügt auch dies nicht, kommt Insulin zum Einsatz.

Bei etwa 80 Prozent der Schwangeren mit Diabetes liegt der Typ 1 vor. Da aber der Erkrankungsbeginn bei Typ 2 immer früher erfolgt und deshalb mehr Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind, nimmt der Anteil der Schwangeren mit Typ 2 zu.

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