Testosteron gehört zu den Geschlechtshormonen. Vor allem der männliche Körper produziert es, aber auch Frauen verfügen in geringeren Mengen darüber. Das Geschlechtshormon beeinflusst unter anderem das Haarwachstum, den Stoffwechsel und soll aggressives Verhalten fördern. Neu ist: Ein Mangel an Testosteron begünstigt möglicherweise Diabetes Typ 2. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie von Forschern an der University of Edinburgh in Schottland hin. Sie wurde im Journal Diabetes veröffentlicht.
„Wir wissen, dass Männer mit niedrigem Testosteronspiegel eher fettleibig werden und Diabetes entwickeln. Diese Studie zeigt, dass Testosteronmangel unabhängig vom Gewicht ein Risikofaktor für Diabetes ist“, erklärt der Edinburgher Endokrinologe Dr. Kerry McInnes in einer Pressemitteilung der Universität.
Fettzellen besitzen Androgenrezeptoren, an denen Testosteron andocken kann. Über diese kann das Hormon in den Stoffwechsel der Zellen eingreifen. In der Studie zeigten Mäuse, die nicht über diese Rezeptoren verfügten, stärkere Anzeichen für eine Insulinresistenz als andere, bei denen dieser Mechanismus nicht gestört war. Die Forscher vermuten, dass ein Protein namens RBP4 dabei eine Rolle spielen könnte. Es war bei Mäusen ohne Rezeptor in größeren Mengen vorhanden.
In einem nächsten Schritt wollen die Forscher untersuchen, ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen und Testosteronspiegel und RBP4-Konzentration zusammenhängen.
Quellen: Diabetes; University of Edinburgh
Stephan Soutschek / www.diabetes-ratgeber.net;
18.05.2012
Bildnachweis: Shotshop/Frank Roeder
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