Aktiv werden, gesund bleiben: Mit einer Änderung des Lebensstils ließe sich vielen Diabetes-Erkrankungen vorbeugen
Was wissen die Deutschen über Diabetes und mögliche Folgeerkrankungen? Viel zu wenig, wie eine Umfrage unter 4.000 Menschen aus acht europäischen Ländern an den Tag brachte. Die Fragen bezogen sich auf die Symptome des Diabetes, seine Früherkennung, mögliche Begleiterkrankungen und Zusammenhänge der Erkrankung mit dem Lebensstil.
Die befragten Deutschen zeigten nur lückenhafte Kenntnisse über Anzeichen und Ursachen des Diabetes. Nur 19 Prozent erkannten beispielsweise in häufigem Harndrang ein mögliches Zeichen für Diabetes. Er gilt in Verbindung mit anderen Symptomen wie etwa vermehrtem Durst und Müdigkeit als deutlicher Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung.
Wenig geläufig: Schlaganfall und Herzerkrankungen als Diabetes-Folgen
Auch mit möglichen Folgeerkrankungen der Stoffwechselstörung kannten sich viele deutsche Teilnehmer der Umfrage schlecht aus. So ist das Schlaganfall-Risiko für Diabetespatienten mit Bluthochdruck doppelt so hoch wie für Gesunde. 55 Prozent der Befragten wussten aber nicht, dass Diabetes Schlaganfälle verursachen kann. Nur die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, dass Diabetes zu Herzerkrankungen führen kann. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind eine der Haupttodesursachen bei Diabetes.
Wie groß ist das Diabetes-Bewusstsein bei Risikogruppen? Um das herauszufinden, wurden die Teilnehmer auf Basis des nationalen Diabetes-Risiko-Tests befragt. Dieser Test ermittelt das Risiko bei Personen zwischen 35 und 65 Jahren, innerhalb von fünf Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Jeder vierte Befragte aus Deutschland hatte diesem Test zufolge ein mäßiges bis hohes Diabetes-Risiko.
Mehr Information und Aufklärung notwendig
Doch 38 Prozent der Betroffenen waren sich dieser Gefährdung nicht bewusst. Bei 26 Prozent war der Blutzuckerspiegel noch nie getestet worden. In Hochrisikogruppen besteht eine besondere Gefahr, dass ein Diabetes längere Zeit unentdeckt bleibt.
Nur die Hälfte der Befragten mit einem bereits diagnostizierten Diabetes (51 Prozent) gab an, über ihr erhöhtes Risiko bereits vor der Diabetes-Diagnose informiert worden zu sein. Hätten diese Personen rechtzeitig an einem Programm zur Lebensstil-Änderung teilgenommen, wäre bei vielen der Ausbruch der Erkrankung möglicherweise verzögert oder vermieden worden.
Auch im Hinblick auf die Behandlung bestehen Wissenslücken: Die Frage, ob bei einem niedrigen Zuckerspiegel im Blut Insulin gegeben werden müsse, beantwortete ein Drittel aller Befragten in den europäischen Ländern falsch mit "Ja" (in Deutschland 19 Prozent).
Ermutigend ist, dass unter allen europäischen Umfrage-Teilnehmern immerhin 61 Prozent mit einem Blutzuckertest auf eine Diabetes-Erkrankung oder einen hohen Blutzuckerspiegel geprüft wurden. Allerdings fallen diese Zahlen für die Niederlande (55 Prozent), Deutschland (49 Prozent) und Großbritannien (48 Prozent) deutlich ab.
Über die Gallup-Umfrage:
Die web-basierte Erhebung wurde im September und Oktober 2011 im Auftrag des Pharmaunternehmens Novo Nordisk in acht europäischen Ländern durchgeführt: Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Polen, Dänemark und die Niederlande. Je 500 nach demografischen und sozioökonomischen Faktoren repräsentative Personen pro Land (insgesamt 4.012 Teilnehmer) beantworteten Fragen zu Ursachen, Risiken und Komplikationen bei Diabetes.
www.diabetes-ratgeber.net / Quelle: Gallup-Umfrage 2011 / Novo Nordisk;
13.02.2012
Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto
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