Diabetes-Schulungen: Die wichtigsten Tipps

Mit der Diagnose Diabetes ändert sich vieles im Leben. Eine Schulung kann jetzt helfen. Wir beantworten sieben wichtige Fragen zu den Kursen

von Daniela Pichleritsch, aktualisiert am 17.03.2016

Diabetes auf dem Stundenplan: Schulungen sind für Betroffene hilfreich

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Denken Sie beim Stichwort "Schulung" sofort an strenge Lehrer, die mit quietschender Kreide den Stoff für die Prüfung an die Tafel schreiben? Bei einer Diabetes-Schulung geht es anders zu. Sie werden nicht ausgefragt, sondern können Fragen stellen. Und Sie erhalten viele Tipps, wie Sie mit der Diagnose Diabetes gut leben können. Keine Sorge: Eine Prüfung gibt es am Ende auch nicht. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Diabetes-Schulung.

1. Was bringt die Schulung?

Die Diagnose bedeutet nicht nur, dass Sie künftig Tabletten einnehmen oder Insulin spritzen müssen. Sie selbst können eine Menge dafür tun, mit der Erkrankung gut zurechtzukommen. Je mehr Sie über Dia­betes wissen, umso besser können Sie etwa Folgeerkrankungen wie Netzhautschäden oder Herzproblemen vorbeugen. Mit einer Schulung werden Sie zum Experten in eigener Sache.


2. Um welche Themen geht es?

Das hängt von Ihren Bedürfnissen ab. In Schulungen für Typ-2-Diabetiker erfahren Sie etwa, wie sich Kalorien sparen lassen, ohne dass der Genuss auf der Strecke bleibt. Oder wie Sie es schaffen, sich mehr zu bewegen. Wer Insulin spritzt, übt, die Kohlenhydratmenge seiner Mahlzeiten einzuschätzen und die Insulindosis anzupassen. Auch Fußpflege und Blutzuckermessen stehen auf dem Stundenplan. Spezielle Diabetes-Schulungen gibt es zudem für ältere Menschen, Kinder mit Diabetes und ihre Eltern und für Menschen, die Unterzuckerungen nicht rechtzeitig spüren.

3. Wo finde ich Angebote?

Schulungen bieten auf Diabetes spezialisierte Hausärzte und diabetologische Schwerpunktpraxen an. Hausärzte, die im Rahmen eines Disease-Management-Programms (DMP) für Diabetes Patienten betreuen (siehe unten), bieten in der Regel verschiedene Schulungen für Typ-2-Diabetiker an (Schulung für Typ-2-Dia­betiker ohne und mit Insulintherapie, Schulung für Typ-2-Diabetiker mit Bluthochdruck). Typ-1-Diabetiker werden in diabetologischen Schwerpunktpraxen geschult und betreut. Sollte es bei Ihrem Arzt keine Schulung geben, bitten Sie ihn um eine Überweisung. 

4. Zahlt die Krankenkasse?

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Schulung. Die Voraussetzung dafür ist, dass man bei seinem Arzt in ein Disease-Management-Programm (DMP) für Diabetes eingeschrieben ist.

5. Wie lange dauert die Schulung?

Je nach Programm dauert eine Gruppenschulung vier bis zwölf Doppelstunden (jeweils 90 bis 120 Minuten). "Manche Praxen bieten eine Schulungseinheit pro Woche an, andere schulen jeden Tag", sagt Psychologin Nikola Bergis-Jurgan vom Diabetes Zentrum Mergentheim, die ein Schulungsprogramm für Typ-1-Diabetiker mitentwickelt hat.

6. Dürfen Angehörige teilnehmen?

"Gute Schulungen haben mindestens eine Einheit, die sich auch an Angehörige richtet", sagt Bergis-Jurgan. Manchmal können diese auch an der ganzen Schulung teilnehmen.

7. Ist eine Nachschulung möglich?

"Ob und wann die Krankenkassen eine Nachschulung bezahlen, ist regional unterschiedlich geregelt", sagt Bergis-Jurgan. Erkundigten Sie sich beim Arzt oder der Krankenkasse.



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