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Diabetes: Warum vorbeugen so schwer fällt

Warum „vorbeugen“ vielen Menschen so schwerfällt – ein Gespräch mit dem Präventionsexperten Peter Schwarz


Ein Spaziergang zur Entspannung wäre gesünder als Pizza und TV - doch vielen Menschen fällt es schwer, ihre Gewohnheiten zu ändern

Diabetes? Kein Grund für Aufregung.“ So sehen es offenbar Millionen, die ein hohes Risiko für die „Zuckerkrankheit“ haben. US-Mediziner fragten 1402 Erwachsene, bei denen sie ein Diabetes-Vorstadium festgestellt hatten, ob sie ihrer Gesundheit zuliebe künftig gesünder essen und sich mehr bewegen würden. Doch weit gefehlt: Nicht einmal die Hälfte der Befragten war dazu bereit.

Auch hierzulande tun sich viele Menschen schwer, etwas gegen ihr Diabetesrisiko zu tun. Warum, das wollten wir von Professor Peter Schwarz wissen, einem der führenden Experten für Diabetes-Vorbeugung.

Herr Professor Schwarz, Diabetes scheint den Menschen nicht viel Angst zu machen. Warum?

Zum Teil mag es daran liegen, dass vielen nicht bewusst ist, wie gefährlich Diabetes ist. Etwa, dass er eine Hauptursache für Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung oder Amputationen ist. Manche Menschen glauben vielleicht auch, es gäbe genug Medikamente gegen Diabetes – warum also das Leben umkrempeln?

Stimmt das nicht auch?

Natürlich gibt es Medikamente, die den Blutzucker senken und helfen, Folgeschäden zu verhindern. Aber viele Menschen haben bereits massive Gesundheitsprobleme, wenn der Diabetes erkannt wird. Der beste Weg, das zu verhindern, ist eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und Abbau von Übergewicht.



Professor Peter Schwarz: "In Deutschland haben rund elf Millionen Menschen ein Diabetes-Vorstadium"

Trotzdem schaffen es viele Menschen nicht – selbst, wenn sie schon Diabetes haben ...
Das hat viele Gründe. Zum Beispiel, dass Übergewicht in unserer Gesellschaft fast schon als „normal“ gilt. Aber es ist natürlich auch schwer, lieb gewordene Lebensgewohnheiten zu ändern – vor allem, wenn kein akuter Anlass besteht und wenn der Partner oder die Familie nicht mitziehen. Ein weiterer Aspekt ist, dass bei gestörtem Zuckerstoffwechsel häufig eine depressive Stimmung oder sogar eine Depression besteht. Das macht es verständlicherweise nicht leichter, sich zu einer Lebensstiländerung zu motivieren.

Wie lässt sich dieses Problem lösen?
Eine schnelle Lösung gibt es sicher nicht. Entscheidend ist, neben den Anstrengungen, diabetesgefährdete Menschen früher zu erkennen, dass es gelingt, auf breiter Front attraktive Vorbeuge-Angebote einzurichten, die von den Menschen angenommen werden. Immerhin haben in Deutschland rund elf Millionen Menschen ein Diabetes-Vorstadium. Bis zu neun Millionen sind bereits an Diabetes erkrankt.

Sollte man mit der Vorbeugung nicht viel früher beginnen – zum Beispiel in der Schule?
Unbedingt. Spaß und Interesse an gesunder Ernährung und Bewegung – das sollte schon in Kindergarten und Grundschule vermittelt werden.

 

Hilfe im „Diabetes-Netzwerk Sachsen“
Unter www.diabetesnetzwerk-sachsen.de können sich Interessierte registrieren lassen. Sie erhalten dann regelmäßig Informationen rund um Vorbeugung und Therapie des Diabetes.


Diabetes Ratgeber; 30.08.2010, aktualisiert am 13.09.2010
Bildnachweis: W&B/Jürgen Lösel, Panthermedia/monkeybusinessimages

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