Diabetesmüll muss so entsorgt werden, dass eine Verletzungsgefahr auch für andere Personen ausgeschlossen ist
Werfen Sie Ihre gebrauchten Pennadeln oder Lanzetten einfach in den Müll? Keine gute Idee. Auch wenn Sie selbst den Beutel nur mit spitzen Fingern anfassen – denken Sie an Ihre Nachbarn und Mitbewohner. Die können sich beim Versuch, einen Beutel in die überquellende Gemeinschaftstonne zu stopfen, schnell blutige Finger holen.
"Um sich und andere vor Verletzungen zu schützen, sollte man stacheligen Diabetesmüll in einem stichfesten Behälter sammeln und dann wegwerfen", sagt Apotheker Oliver Müller aus Bietigheim. Hier gibt der Diabetesspezialist, der selbst Typ-1-Diabetes hat, Tipps zur sicheren und korrekten Entsorgung von Pennadeln und anderem Diabetesmüll.
Insulinpatronen und -fläschchen dürfen in den Restmüll, ebenso abgelaufenes oder nicht mehr benötigtes Insulin. Entsorgen Sie es nicht über Toilette oder Waschbecken, da es das Wasser belastet. Sie können auch in der Apotheke fragen, ob sie das Insulin zurücknimmt.
Lanzetten können Sie z. B. in einer Entsorgungsbox aus der Apotheke, einer leeren Teststreifen- oder einer Cremedose sammeln. Der volle Behälter kommt gut verschlossen in den Restmüll.
Insulinpens können in den Restmüll. Ausnahme: Pens mit digitaler Anzeige (enthalten Batterien). Fragen Sie den Hersteller oder Apotheker, wie Sie diese korrekt entsorgen.
Penkanülen sammeln Sie am besten in einer Entsorgungsbox (für wenige Euro aus der Apotheke). Das rät die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker. Weitere Möglichkeit: eine leere Cremedose. Den vollen Behälter geben Sie gut verschlossen in den Restmüll. Oder Sie besorgen sich in der Apotheke einen Kanülen-Abknipser, der die Nadeln abzwickt und im Inneren deponiert.
Teststreifen können Sie in einer leeren Streifendose sammeln und im Restmüll entsorgen. Einzeln verpackte Streifen stecken Sie in die Folie zurück. Auch Test-Kassetten und Code-Chips gehören in den Restmüll, leere Test-Disketten dagegen in den gelben Sack (bzw. Tonne, Container).
Blutzucker-Messgeräte dürfen Sie im Gegensatz zu anderen elektronischen Geräten in den Restmüll geben. Denken Sie aber daran, vorher die Batterien zu entfernen.
Einmalspritzen können Sie wie anderen stacheligen Diabetesmüll z. B. in einer Entsorgungsbox sammeln und dann im Restmüll entsorgen. Stecken Sie die Schutzkappe lieber nicht zurück auf die Nadel. Denn dabei können Sie sich leicht verletzen.
Katheter von Insulinpumpen können Sie z. B. in einer Entsorgungsbox, einer leeren Waschmittelflasche oder direkt im Restmüll entsorgen. Im letzteren Fall sollten Sie zuvor die Nadel umbiegen und mit dem Fixierpflaster zukleben. Auch leere Pumpenampullen gehören in den Restmüll.
Batterien von Messgeräten oder Insulinpumpen können Sie entweder zu den Sammelstellen der Gemeinden bringen. Oder Sie werfen die Batterien in die Sammelboxen der Händler.
Diabetes Ratgeber;
05.08.2011
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer, W&B/Bayer AG, Thinkstock/Polka Dot Images
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