Fachbegriff für dauerhaft erhöhten Blutdruck in den Arterien. Als normal gilt ein Druck unter 140 mmHg systolisch (siehe Systole) und unter 90 mmHg diastolisch (siehe Diastole). Die Einheit mmHg für die Blutdruckhöhe bezieht sich auf die Höhe der Quecksilbersäule (Hg), die in den ersten Blutdruckmessgeräten zur Druckbestimmung eingesetzt wurde.
Hoher Blutdruck macht in der Regel zunächst keine Beschwerden, ist aber ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Eine konsequente Behandlung durch nichtmedikamentöse Maßnahmen und, wenn diese nicht ausreichen, zusätzlich durch eine medikamentöse Behandlung ist unverzichtbar. Dies gilt besonders, wenn weitere Risikofaktoren wie ein Diabetes bestehen.
Während eine Hypertonie beim Typ-2-Diabetes als Teil des metabolischen Syndroms meist schon lange vor dem Diabetes auftritt, ist ein erhöhter Blutdruck, der erstmals nach mehrjährigem Verlauf eines Typ-1-Diabetes festgestellt wird, meist Zeichen einer diabetesbedingten Schädigung der Nieren (siehe Nephropathie).
Wichtigste Gegenmaßnahme: Abnehmen!
Wichtigste nichtmedikamentöse Maßnahme zur Blutdrucksenkung bei Typ-2-Diabetes ist die Gewichtsabnahme. Zudem sollte die Kochsalzzufuhr auf 6 Gramm pro Tag begrenzt werden und der Alkoholkonsum 30 Gramm nicht überschreiten. Positive Effekte hat vermehrte körperliche Betätigung, am besten durch leichten Ausdauersport. Jeder Hochdruckpatient sollte ausführlich über die Bedeutung und die Behandlung der Hypertonie informiert werden und die Kontrolle des Blutdrucks erlernen, möglichst durch eine strukturierte Schulung.
Zur medikamentösen Therapie steht ein breites Angebot unterschiedlich wirkender Präparate zur Verfügung. Meist ist eine Kombination mehrerer Wirkstoffe erforderlich, um das Therapieziel zu erreichen. Die Auswahl der Medikamente sollte sich nach Alter und Lebenserwartung des Patienten richten und weitere Erkrankungen sowie auch mögliche Nebenwirkungen berücksichtigen, die die Stoffwechsellage verschlechtern könnten. Bei Diabetes besonders bewährt haben sich Wirkstoffe aus den Gruppen der ACE-Hemmer und Angiotensin-I-Rezeptorantagonisten, die neben der Blutdrucksenkung auch eine die Nieren schützende Wirkung entfalten.
Diabetiker mit Hypertonie sollten niedrigere Druckwerte anstreben als Nichtdiabetiker mit Hochdruck. Dies ist deshalb so wichtig, weil Bluthochdruck die Entwicklung diabetischer Folgeerkrankungen fördert. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt Diabetikern eine Senkung auf Werte unter 135/85 mmHg. Besteht bereits eine Nephropathie, sollten die Werte unter 130/80 mmHg liegen. In den USA werden sogar Werte um 125/75 mmHg gefordert.
www.diabetes-ratgeber.net;
27.10.2009, aktualisiert am 09.03.2012
Bildnachweis: W&B/Christine Schneider
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