Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet, und zwar in den sogenannten Betazellen. Der Name "Insulin" leitet sich davo ab, dass die Betazellen in Zellansammlungen liegen, die nach ihrem Entdecker "Langerhans-Inseln" genannt werden.
Insulin hat die Aufgabe, Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Die Zellen benötigen Glukose zur Energiegewinnung. Dadurch, dass der Zucker mit Hilfe des Insulins aus dem Blut entfernt wird, sinkt der Blutzuckerspiegel. Fehlt Insulin – oder kann es nicht richtig wirken – steigt der Blutzuckerspiegel.
Bei gesunden Menschen schüttet die Bauchspeicheldrüse rund um die Uhr in kurzen Abständen geringe Mengen Insulin aus. Damit wird gewährleistet, dass die Zellen ständig mit Energie versorgt werden (z.B. auch Nachts, wenn man nichts ißt). Zu den Mahlzeiten, wenn der Blutzuckerspiegel steigt, wird zusätzliches Insulin ausgeschüttet. Die Wirkung des Hormons setzt schnell ein und verklingt nach wenigen Minuten.
Bei Gesunden liegt der Blutzuckerspiegel nüchtern unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) bzw. unter 5,6 Millimol pro Liter (mmol/l) (in Deutschland sind aus historischen Gründen beide Mess-Einheiten gebräuchlich). Nach dem Essen steigt der Blutzuckerspiegel bei Gesunden normalerweise nicht über 140 mg/dl (7,8 mmol/l).
Insulin fördert neben seiner Wirkung auf den Blutzucker den Aufbau von Körpereiweiß und hemmt den Abbau von Fettgewebe.
1922 gelang es den kanadischen Forschern Banting und Best, Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren zu isolieren und für die Diabetestherapie nutzbar zu machen. Heute werden für die Behandlung von Diabetikern künstlich hergestellte Humaninsuline und zunehmend auch Analoginsuline verwendet. Dabei kommen sowohl kurz- als auch langwirkende Insuline zu Einsatz (kurzwirkende z.B. zum Essen oder zur schnellen Korrektur erhöhter Werte; langwirkende, um die Basisversorgung des Körpers – auch in der Nacht – sicherzustellen).
In Deutschland werden rund 1,9 Millionen Diabetiker mit Insulin behandelt. Darunter sind alle Typ-1-Diabetiker (diese sind, da sie kein eigenes Insulin bilden, komplett auf Insulingaben angewiesen) und etwa 1,5 Millionen Typ-2-Diabetiker. Diese bilden zwar meist noch eigenes Insulin. Dieses wirkt jedoch infolge einer Insulinresistenz nicht richtig, im Verlauf der Erkrankung lässt die Insulinproduktion dann ebenfalls nach. Auch bei Stoffwechselgesunden lässt im Laufe des Lebens die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse etwas nach.
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05.08.2005, aktualisiert am 29.06.2011
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer
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