Anmelden | Registrieren
Drucken

Oraler Glukose-Toleranztest (oGTT)


Beim oGTT trinkt der Patient nüchtern eine Zuckerlösung. Vorher und nach zwei Stunden misst der Arzt den Blutzucker (zum Vergrößern in das Lupensymbol links oben klicken)

Der orale Glukose-Toleranztest (auch oGTT, Zucker-Belastungstest) zeigt, wie stark der Blutzucker nach Trinken einer bestimmten Menge Zuckerlösung steigt. Er dient dazu, einen Typ-2-Diabetes oder sein Vorstadium, die gestörte Glukosetoleranz, sowie einen Schwangerschaftsdiabetes zu diagnostizieren.

Der Arzt macht den Test zum Beispiel dann, wenn er in einer Blutprobe, die nicht auf nüchternen Magen entnommen wurde, einen Zuckerwert zwischen 140 bis 200 mg/dl (7,8 bis 11.1 mmol/l) gemessen hat (bei einem Wert von 200mg/dl bzw. 11,1 mmol/l und höher ist der oGTT nicht nötig, weil der Diabetes dann als gesichert gelten kann).

So funktioniert der Test

  • Der Patient erscheint nüchtern – die letzte Mahlzeit sollte  etwa zehn Stunden zurückliegen – in der Praxis.
  • Der Arzt nimmt Blut aus der Vene ab und bestimmt den Blutzucker im Plasma (Nüchternblutzucker).
  • Danach trinkt der Patient eine Lösung mit 75 g Glukose.
  • Zwei Stunden später (manchmal auch nach ein und zwei Stunden) wird der Blutzucker erneut bestimmt.

Ein Diabetes liegt vor, wenn der Zweistundenwert 200 mg/dl (11,1 mmol) oder mehr erreicht. Im Bereich von 140 bis unter 200 mg/dl (7,8 bzw. 11,1 mmol/l) besteht eine gestörte Glukosetoleranz, das heißt: ein Vorstadium ders Typ-2-Diabetes.

Siehe dazu Infografik oben: Die Kurven zeigen den Blutzuckerverlauf eines Gesunden und eines Patienten mit diabetischer Stoffwechsellage.

Sonderfall Schwangerschaftsdiabetes

Ein oGGT zur Diagnostik eines Schwangerschaftsdiabetes wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt, wenn bei der Schwangeren ein erhöhtes Diabetesrisiko besteht. Der Test ist in jedem Fall auch sinnvoll, wenn kein erhöhtes Diabetesrisiko besteht, wird dann aber unter Umständen nicht von der Krankenkasse bezahlt. Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko sind beispielsweise Übergewicht, Alter über 35 Jahre, Diabetes bei Eltern oder Geschwistern, Geburt eines Kindes mit einem Geburtsgewicht über 4.500 Gramm oder ein Diabetes während einer früheren Schwangerschaft.

Während der Schwangerschaft gelten verschärfte Diagnosekriterien. Ein Diabetes liegt vor, wenn zwei der drei Grenzwerte werden:

- Nüchtern 92 mg/dl (5,1 mmol/l) oder höher
- Nach einer Stunde 180 mg/dl (10,0 mmol/l) oder höher
- Nach zwei Stunden 153 mg/dl (8,5 mmol/l) oder höher

Wird nur ein Grenzwert erreicht oder überschritten, besteht eine gestörte Glukosetoleranz, die aber genauso behandelt wird wie ein Schwangerschaftsdiabetes (Aktuelle Empfehlungen zum Schwangerschaftsdiabetes der Deutschen Diabetes-Gesellschaft von 2009).



www.diabetes-ratgeber.net; 05.08.2005, aktualisiert am 22.07.2011
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung