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Prädiabetes (Diabetes-Vorstadium)


Übergewichtige Menschen mit Prädiabetes sollten ihrer Gesundheit zuliebe abnehmen und sich viel bewegen

Als Prädiabetes ("prä": lateinisch = vor) oder Diabetes-Vorstadium bezeichnet man eine Störung des Zucker-Stoffwechsels, die noch nicht so ausgeprägt ist, dass bereits ein Diabetes mellitus vom Typ 2 vorliegt. Dazu zählen die "abnorme Nüchternglukose" (IFG, Impaired Fasting Glucose) und/oder die "gestörte Glukosetoleranz" (IGT, Impaired Glucose Tolerance).

Abnorme Nüchternglukose:

Bei der abnormen Nüchternglukose liegt der Blutzuckerwert, nüchtern gemessen, bei:

100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) bzw. 5,6 mmol/l (Millimol pro Liter) oder höher,
aber unter 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l (gemessen im venösen Plasma)
bzw. bei
90 mg/dl bzw. 5,0 mmol/l oder höher,
aber unter 110 mg/dl bzw. 6,1 mmol/l (gemessen im kapillären Vollblut).

Gestörte Glukosetoleranz:

Bei der gestörten Glukosetoleranz liegt der Blutzuckerwert im oralen Glukosetoleranztest* nach zwei Stunden bei 140 mg/dl (7,8 mmol/l) oder höher, aber unter 200 mg/dl (11,1 mmol/l). Die Werte gelten  für die Blutzuckermessung aus venösem Plasma und kapillärem Vollblut.

*Beim oralen Glukosetoleranztest trinkt der nüchterne Patient eine definierte Traubenzuckerlösung (im allgemeinen 75 Gramm Glukose in ca. 250 Milliliter Wasser). Vorher und zwei Stunden danach misst der Arzt den Blutzuckerspiegel.


Risiko für Folgekrankheiten bereits bei Prädiabetes erhöht

Menschen mit Prädiabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Außerdem ist bereits im Stadium des Prädiabetes das Risiko für Gefäßschäden und damit für Folgekrankheiten erhöht. So ist die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen, um 50 bis 100 Prozent höher, wenn ein Prädiabetes vorliegt.

In verschiedenen großen Studien konnte nachgewiesen werden, dass eine Lebensstiländerung mit regelmäßiger Bewegung, gesunder Ernährung und Abbau von Übergewicht, die Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, bei Menschen mit Prädiabetes deutlich verringern kann.

Die Bezeichnung "Prädiabetes" ist aus verschiedenen Gründen umstritten. Zum einen erkrankt nicht jeder Menschen, der eine abnorme Nüchtern-Glukose oder eine gestörte Glukosetoleranz hat, tatsächlich an Typ-2-Diabetes. Zum anderen suggeriert der Begriff, es handle sich noch nicht um eine "richtige" Krankheit. Das stimmt aber nicht, da Gefäßschäden bereits bei Prädiabetes nachweisbar sind.



www.diabetes-ratgeber.net; 09.04.2010, aktualisiert am 21.10.2011
Bildnachweis: W&B/Bernhard Limberger

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