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Studie: Diabetes durch Chemikalien?

Chemische Substanzen in Alltagsgegenständen stehen im Verdacht, Risikofaktoren für Fettleibigkeit und Diabetes zu sein. Ein echter Nachweis steht aber noch aus


Haben manche Chemikalien Einfluss auf das Körpergewicht?

Weichmacher und weitere synthetische Chemikalien begünstigen möglicherweise die Entstehung von Fettleibigkeit (Adipositas) und Diabetes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der englischen Umweltorganisation ChemTrust. Forscher hatten dabei die Daten von rund 240 Einzelstudien ausgewertet.

Erhöht Bisphenol A das Diabetes-Risiko?

"Die Belastung mit Chemikalien wie Bisphenol A im Mutterleib hat bei Versuchtieren zu einer späteren Gewichtszunahme und einer erhöhten Insulinresistenz geführt", so Sarah Häuser von der deutschen Naturschutzorganisation BUND. Das Hormon Insulin hat im Körper die Aufgabe, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Können die Zellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren, führt das zu Diabetes Typ 2.


Häuser fordert deshalb vor allem für Schwangere und Kinder einen verbesserten Schutz. Unter Verdacht stehen Stoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel. Erstere kommen etwa in Plastikspielzeug und PVC-Böden vor, letztere zum Beispiel in Fernsehern oder Computern. Bisphenol A ist unter anderem in Dosen enthalten. Die Substanzen können beispielsweise über die Atemluft oder die Haut in den Körper gelangen. Dort sollen sie ähnlich wie Hormone auf den Stoffwechsel wirken.

Ungeklärter Zusammenhang

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht derzeit keinen konkreten Anlass zur Heraufsetzung von Höchstwerten. "In einer großen US-Studie wurde eine Korrelation zwischen Bisphenol A und dem Auftreten von Diabetes festgestellt. Aber eine Kausalität ist dadurch noch nicht belegt, das betonen auch die Studienautoren", sagt Suzan Fiack vom BfR.

Bewegungsmangel und Übergewicht gelten als die beiden wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2. "Neue Studien zeigen aber, dass die Belastung mit hormonellen Schadstoffen einen wichtigen und bisher unterschätzten Anteil daran haben könnte", sagt Professor Gilbert Schönfelder vom Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Berliner Charité. Ob und wie die Chemikalien tatsächlich das Diabetes-Risiko beeinflussen, werden wohl erst weitere Studien klären.

Quellen: ChemTrust, DPA




Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

Stephan Soutschek / www.diabetes-ratgeber.net; 22.03.2012, aktualisiert am 22.03.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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