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USA: Sieben Millionen Diabetiker mit kranken Nieren

40 Prozent der in den USA lebenden Diabetiker haben einen diabetesbedingten Nierenschaden. Daran haben auch verbesserte Therapiemöglichkeiten nichts geändert


Der Urintest auf Eiweiß gibt Hinweise darauf, ob Diabetes die Nieren geschädigt hat

Die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus wächst stetig – und mit ihr die Zahl derer, die an Folgekrankheiten des Diabetes leiden. Am häufigsten sind Fußprobleme: rund 40.000 Amputationen jährlich werden allein in Deutschland durchgeführt. Gleich danach folgt die "diabetische Nephropathie". Dabei handelt es sich um eine Nierenschwäche, die unbehandelt bis zum vollständigen Nierenversagen führen kann.

Jetzt berichten Forscher im amerikanischen Ärzteblatt JAMA (Journal of the American Medical Association), dass in den USA rund 40 Prozent aller Diabetiker einen diabetesbedingten Nierenschaden aufweisen. Fast die Hälfte aller Patienten, die wegen Nierenversagens zur Blutwäsche (Dialyse) müssen, sind Diabetiker.


Immer mehr Diabetiker werden medikamentös behandelt

Die Zahl der Patienten mit diabetischer Nephropathie in den USA stieg von knapp vier Millionen (zwischen 1988 und 1994) auf zuletzt 6,9 Millionen (zwischen 2005 und 2008).

Der Anteil der Diabetiker, die blutzuckersenkende Therapien erhielten, stieg im gleichen Zeitraum von 56 auf 74 Prozent. ACE-Hemmer – das sind Medikamente, die den Blutdruck senken und das Fortschreiten eines diabetesbedingten Nierenschadens verzögern – werden in den USA ebenfalls zunehmend häufig verordnet: Die Zahl der mit diesen Wirkstoffen behandelten Diabetiker stieg von 11 auf über 40 Prozent. Dies führte jedoch offenbar nicht dazu, dass weniger Patienten an einem Nierenschaden erkrankten.

Einer der Gründe könnte möglicherweise sein, dass neben dem Nachweis von Eiweiß im Urin (Albuminurie) zunehmend andere Messwerte herangezogen werden, um einen Nierenschaden festzustellen. Dazu gehört die Bestimmung der Filterfunktion der Nieren mittels einer Blut- und Urinuntersuchung (Kreatinin-Clearance). Die Kreatinin-Clearance-Bestimmung erfasst einen Nierenschaden genauer als der Eiweißtest. Zudem entwickeln gerade Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht selten andere Nierenerkrankungen, die nicht zu einer vermehrten Eiweißausscheidung führen und daher mit dem Eiweißtest nicht erfasst werden. Experten raten, dass bei Patienten mit Diabetes mellitus einmal jährlich neben der Eiweißausscheidung im Urin auch die Kreatinin-Clearance gemessen werden sollte.

 



AB/www.diabetes-ratgeber.net; 12.07.2011, aktualisiert am 14.07.2011
Bildnachweis: W&B/Deniz Saylan

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