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Umfrage: Diabetes – das unterschätzte Risiko

Die meisten Diabetes-Erkrankungen wären durch eine gesündere Lebensweise vermeidbar. Doch viele Deutsche kennen die Risikofaktoren nicht


Diabetes-Erkrankungen nehmen weltweit immer weiter zu. Viele Patienten wissen jahrelang nichts von ihren schlechten Blutzuckerwerten

Diabetes ist eine Zivilisationskrankheit: Die meisten Fälle wären durch einen gesünderen Lebenswandel vermeidbar. Rund ein Drittel der Deutschen kennt jedoch weder Risikofaktoren noch mögliche Folgeerkrankungen der so genannten Zuckerkrankheit. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Wissenschaftsjahres Gesundheitsforschung.

Nach Angaben der Vereinten Nationen gibt es weltweit mehr als 250 Millionen Diabetiker. Allein in Deutschland sind mehr als sieben Millionen betroffen. Prognosen zufolge wird die Zahl der Erkrankungen und der daraus resultierenden Todesfälle bis 2030 rasant steigen – für die Vereinten Nationen Grund genug, Diabetes als erste nicht durch eine Infektion ausgelöste Krankheit zur globalen Bedrohung der Menschheit zu erklären.

Unterschiedliche Diabetesformen – nicht eimmal jeder Zweite kennt sie

Um das Wissen über Risikofaktoren, Ursachen, Symptome und mögliche Folgen des Diabetes steht es allerdings schlecht. So weiß mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) nicht, dass es zwei unterschiedliche Formen von Diabetes gibt, wie die Umfrage zeigte. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem richtet sich gegen die Insulin produzierenden Zellen des eigenen Körpers. Beim Typ-2-Diabetes hat der erhöhte Zuckerspiegel im Blut andere Ursachen: Die Zellen sprechen nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin an und können deshalb den Zucker aus dem Blut nur schlecht aufnehmen. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse dann immer weniger Insulin.

Jeder kann vorbeugen

Abgeschlagenheit, stärkerer Durst und häufigere Infektionen können erste Anzeichen von Diabetes sein – immerhin 58 Prozent der Deutschen kennen mindestens eines der möglichen Symptome.

Die Gesundheitsforschung versucht heute vor allem die Frage zu beantworten, warum manche Menschen einen Diabetes entwickeln und andere nicht. Klar ist: Bei Typ-2-Diabetes spielt auch die Vererbung eine Rolle – ein Aspekt, von dem nur 17 Prozent der Befragten wissen. Doch die genetische Veranlagung allein verursacht dieses Krankheitsbild in der Regel nicht. Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren. Anders gesagt: Durch eine gesunde Lebensführung verringert sich die Gefahr einer Erkrankung massiv. Umso alarmierender ist, dass rund ein Drittel der Deutschen keinen einzigen dieser Risikofaktoren kennt.

Wenig Wissen über Folgeerkrankungen

Infolge der (oft jahrelang unbemerkten) erhöhten Zuckerkonzentration im Blut steigt bei Diabetikern auch das Risiko für weitere Erkrankungen mit gravierenden Folgen. Immerhin knapp ein Drittel der Befragten wusste, das Diabetes zu Augenerkrankungen führen kann – im schlimmsten Fall erblinden die Betroffenen. Ebenso viele mussten bei dem Thema allerdings passen. In der Altersgruppe der unter 30-Jährigen kannte sogar mehr als die Hälfte der Befragten keine Folgeerkrankungen.

22 Prozent aller Befragten nannten immerhin das Diabetische Fußsyndrom, bei dem Nervenausfälle und Durchblutungsstörungen in den Beinen auftreten, mit manchmal schlimmen Folgen: Rund 70 Prozent aller Beinamputationen werden bei Diabetikern vorgenommen. 16 Prozent gaben an, dass Diabetes Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstige. Nur knapp jeder Zehnte nannte konkret Herzinfarkte und Schlaganfälle als mögliche Krankheitsfolgen.



Bundesministerium für Bildung und Forschung / www.diabetes-ratgeber.net; 17.11.2011, aktualisiert am 17.11.2011
Bildnachweis: iStock/ZudyBox

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