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Veränderte Eiweiße in der Muskulatur von Diabetikern?

Warum haben Diabetiker einen gestörten Stoffwechsel? Möglicherweise trägt die Zusammensetzung der Eiweiße in den Zellen dazu bei, dass Insulin nicht richtig wirken kann


Im Körper helfen Eiweiße bei vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen

Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass im menschlichen Körper Zuckermoleküle vom Blut in die Zellen wandern. Dort werden sie zur Energiegewinnung benötigt. Gleichzeitig senkt Insulin dabei die Blutzuckerkonzentration.

Veränderte Eiweißkonzentrationen

Bei Typ-2-Diabetikern ist dieser Mechanismus gestört. Die Zellen sprechen schlechter auf das Insulin an, nehmen deshalb weniger Zucker aus den Blutbahnen auf. Das könnte an der Zusammensetzung der Eiweiße in den Zellen liegen. Eiweiße bestimmen mit, wie eine Zelle aufgebaut ist und welche Aufgaben sie wahrnehmen kann.


Wissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum untersuchten in Zusammenarbeit mit der Universität Odense (Dänemark) die Anteile der verschiedenen Eiweiße im Muskel bei elf Übergewichtigen, zehn übergewichtigen Typ-2-Diabetikern und zehn Schlanken. Sie fanden dabei bei Diabetikern und Übergewichtigen zwar mehr Enzyme im Muskel, die Zucker in Zwischenprodukte umwandeln. Gleichzeitig hatten beide Gruppen weniger Enzyme, die diese Zwischenprodukte in Energie umwandeln. Enzyme, sind Eiweißverbindungen, die chemische Umwandlungsprozesse im Körper beschleunigen.

Gestörte Zuckerverarbeitung

Dieses Ungleichgewicht könnte die Ursache dafür sein, dass vermehrt Zwischenprodukte entstehen, die zu Fett umgewandelt werden. Fetteinlagerungen im Muskel sind häufig bei Typ-2-Diabetikern zu finden.

Noch ist nicht klar, inwiefern diese Entdeckung zu einem besseren Verständnis der Zuckerkrankheit beitragen kann. Die Forscher um den Bochumer Klinikdirektor Professor Harald Klein fanden bei der Analyse außerdem Veränderungen bei Eiweißen, bei denen bislang kein Zusammenhang mit Diabetes Typ 2 bekannt ist. "Es ist einer der Vorteile der Methode, dass ohne Voreingenommenheit alle Eiweiße der Zelle untersucht werden und so auch die Entdeckung völlig neuer Zusammenhänge möglich ist", sagte Klein in einem Gespräch mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Quelle: DDG




Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle

Stephan Soutschek / www.diabetes-ratgeber.net; 21.06.2012
Bildnachweis: W&B/Ulrike Möhle

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