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Warum Salz sparen sich lohnt

Wer weniger Salz verwendet, profitiert doppelt: durch bessere Blutdruckwerte – und ein geringeres Diabetesrisiko

Salzstreuer

Kochsalz: Bei Diabetes reagiert der Blutdruck besonders empfindlich

Hoher Kochsalzkonsum wirkt sich nicht nur auf den Blutdruck ungünstig aus. Wer allzu beherzt zum Salzstreuer greift, erhöht möglicherweise auch sein Risiko für Typ-2-Diabetes. Darauf weist Professor Dieter Klaus aus Dortmund in der Fachzeitschrift "Diabetes, Stoffwechsel und Herz" (März 2010) hin – und fordert eine Kennzeichnung des Kochsalzgehalts von Lebensmitteln.

 

Täglich nehmen wir etwa 9 bis 12 Gramm Kochsalz zu uns – das meiste davon "verpackt" in Lebensmitteln. Das ist rund das Doppelte der Menge, die Experten für vertretbar halten. Eine Beschränkung der Kochsalzzufuhr auf 5 bis 6 Gramm pro Tag würde insbesondere Menschen mit Bluthochdruck nützen. Ihre Blutdruckwerte ließen sich dadurch um durchschnittlich 7 mmHg (oberer, systolischer) und 5 mmHg (unterer, diastolischer Wert) senken. Amerikanische Experten forderten deshalb vor kurzem, so Klaus, sogar eine Beschränkung auf höchstens 3,8 Gramm Kochsalz pro Tag.


Bei Diabetes ist der Blutdruck besonders "salzempfindlich"

 

In Zusammenhang mit Diabetes ist auch wichtig, dass der Blutdruck bei Diabetikern generell stärker auf Kochsalz reagiert – ihre "Salzempfindlichkeit" steigt. Diabetiker, die weniger Kochsalz verwenden, könnten damit das Auftreten eines Bluthochdrucks wenn schon nicht verhindern, dann zumindest verzögern. Das ist Angesicht der Tatsache, dass Bluthochdruck eine der häufigsten Begleiterscheinungen des Diabetes ist (auch bei Typ-1-Diabetes ist die Hochdruckrate deutlich erhöht) und das Risiko für Folgekrankheiten des Diabetes deutlich steigert, besonders wichtig.

 

Eine finnische Studie hat zudem gezeigt, dass Männer und Frauen, die viel Kochsalz zu sich nahmen, im Verlauf von 18 Jahren doppelt so häufig an Typ-2-Diabetes erkrankten wie jene, die wenig Kochsalz konsumierten.  Daher könne eine generelle Einschränkung des Kochsalzverbrauchs auch Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes eindämmen.

 

Weil 75 bis 80 Prozent der Kochsalzmenge in industriell bearbeiteten und vorgefertigten Lebensmitteln enthalten sind, wäre es, so Klaus, sinnvoll, wenn der Kochsalzgehalt von Lebensmitteln deutlich deklariert würde. Außerdem wäre es sinnvoll, den Kochsalzgehalt industrieller Lebensmittel schrittweise um 40 bis 50 Prozent zu senken, wie es beispielsweise in Finnland und Großbritannien schon durchgeführt wird. Dadurch ließe sich eine moderate Verringerung der täglichen Kochsalzaufnahme um etwa 3 Gramm pro Tag erzielen.



A.Baum / www.diabetes-ratgeber.net; 17.03.2010, aktualisiert am 25.06.2010
Jupiter Images GmbH/Thinkstock

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