So pflegen Sie Ihre Füße

Die tägliche Fußpflege ist bei Diabetes wichtig. Unsere Expertin erklärt, worauf Sie achten sollten
von Birgit Ruf , aktualisiert am 21.08.2017

Die tägliche Fußpflege ist nicht nur wichtig, sie tut auch gut

W&B/Ulrike Schmid & Sabine Mader

Die tägliche Fußpflege – bei Diabetes ist sie Pflicht. Hohe Blutzuckerspiegel strapazieren auf Dauer Blutgefäße und Nerven. Dann können auch kleine Verletzungen, Schrunden oder Blasen, vor allem wenn sie nicht rechtzeitig bemerkt werden, zu ernsten Problemen – bis hin zur Amputation – führen. Das lässt sich verhindern, wenn Sie Ihren Füßen jeden Tag ein paar Minuten Zeit widmen. Machen Sie ein Wohlfühl-Fußpflegeritual daraus. Worauf es dabei ankommt, haben wir mit Unterstützung von Heike Podesta, Podologin aus Stadecken-Elsheim, zusammengefasst.

W&B/Sabine Mader & Ulrike Schmid

1. Wohlfühlbad

Das Fußbad sollte nicht länger als fünf Minuten dauern, damit die Haut nicht aufweicht. Achten Sie auf die richtige Temperatur: Das Wasser darf kühl oder warm, auf keinen Fall aber wärmer als 37°C sein. Verwenden Sie immer ein Badethermometer. Bei diabetesbedingten Nervenschäden drohen bei höheren Temperaturen Verbrühungen. Klares Wasser genügt. Wer mag, kann aber auch eine milde, rückfettende Waschlotion verwenden.

 


W&B/Sabine Mader & Ulrike Schmid

2. Sanft trocknen

Tupfen Sie Ihre Füße mit einem weichen Frotteetuch trocken. Bitte nicht "rubbeln", dabei könnte die Haut verletzt werden, was Eintrittspforten für Bakterien schafft. Die Feuchtigkeit zwischen den Zehen saugt ein Kosmetiktuch am besten auf.

 


W&B/Sabine Mader & Ulrike Schmid

3. Füße anschauen

Prüfen Sie Ihre Füße täglich auf Veränderungen wie Schrunden oder Verletzungen. Wer sich damit schwer tut, kann einen (vergrößernden) Handspiegel benutzen oder Angehörige um Hilfe bitten. Zeigen Sie Auffälligkeiten, etwa Rötungen, Blasen oder Druckstellen, möglichst rasch Ihrem Arzt.

 


W&B/Sabine Mader & Ulrike Schmid

4. Hornhaut beseitigen

Wer zu Hornhaut an Fersen, Ballen, Zehen oder Sohle neigt, sollte diese regelmäßig entfernen: am besten mit einem Bimsstein, ein- bis zweimal pro Woche. Ob vor, während oder nach dem Fußbad ist dabei egal. Gehen Sie auf jeden Fall behutsam vor, um die Haut nicht zu verletzen.

Rissige Hornhaut lässt sich auch mit einer Keramik- oder Sandpapierfeile glätten. Alle anderen Instrumente wie Hornhaut-Hobel oder -Reiben eignen sich bei Diabetes wegen der höheren Verletzungsgefahr nicht.

 


W&B/Sabine Mader & Ulrike Schmid

5. Nägel kürzen

Kürzen Sie Ihre Fußnägel ein- bis zweimal wöchentlich. Verwenden Sie dazu eine Feile aus Glas oder Sandpapier, und kürzen Sie die Nägel höchstens bis zur Kuppe. Regelmäßige Pflege verhindert, dass die Nägel splittern oder einwachsen.

Verdickte oder sehr harte Nägel sollte ein Podologe (Fußpfleger) kürzen.

 


W&B/Sabine Mader & Ulrike Schmid

6. Feuchtigkeit spenden

Gönnen Sie Ihren Füßen täglich ein Pflegeprodukt (Creme, Schaum oder Lotion) mit Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea). Bei sehr trockener Haut darf auch etwas Fett enthalten sein. Lassen Sie sich in der Apotheke oder von Ihrem Podologen beraten, welches Produkt für Ihre Füße am besten geeignet ist.



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