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Problem Impotenz:
Frust im Bett

Warum Erektionsstörungen bei Diabetikern so häufig sind – und welche Hilfen es gibt

Paar im Bett

Schlüpfrige Witze darüber zu reißen ist leicht. Ernsthaft darüber reden können die meisten Männer nicht einmal mit ihren Freunden, geschweige denn mit ihrer Partnerin oder dem Arzt. Dabei sind die Möglichkeiten, Erektionsstörungen zu behandeln, gar nicht so schlecht, wie der Urologe Dr. Christian Leiber erläutert.

Kann man bei gelegentlichem „Versagen“ schon von Impotenz sprechen?

 

Nein. Erst wenn ein Mann mindestens ein halbes Jahr lang immer wieder Potenzstörungen hat, handelt es sich um eine „erektile Dysfunktion“.


Stimmt es, dass Männer mit Diabetes besonders häufig betroffen sind?

 

Das ist richtig. Mindestens jeder zweite Mann mit Diabetes bekommt im Laufe der Zeit Potenzprobleme.

 

Was steckt dahinter?

 

Eine der Hauptursachen sind hohe Zuckerwerte. Sie schädigen die Gefäße, sodass zu wenig Blut in die Schwellkörper strömt. Auch Bluthochdruck und schlechte Blutfettwerte greifen die Gefäße an. Außerdem können hohe Zuckerwerte die Funktion der Nerven stören, die die Erektion steuern.

 

Haben Potenzprobleme denn nicht oft psychische Ursachen?

 

Nur bei etwa 20 Prozent der Männer spielen psychische Ursachen eine Rolle, beispielsweise Konflikte in der Partnerschaft oder beruflicher Stress. Dann droht ein Teufelskreis: Wer einmal nicht kann, hat beim nächsten Mal von vornherein Angst zu versagen, was dann natürlich prompt eintritt.


Grafik  Impotenz - organische Ursachen

Mehr als vier Millionen Männer leiden hierzulande unter Erektionsstörungen. Nur bei jedem fünften sind sie psychisch bedingt. Bei 80 % liegen organische Veränderungen zugrunde. (Zum Vergrößern der Grafik bitte auf die Lupe klicken!)

 

Aber zum Glück gibt es doch heute wirksame Tabletten …

 

Tabletten mit den Wirkstoffen Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil, die seit einigen Jahren auf dem Markt sind, können tatsächlich in vielen Fällen helfen. Noch wichtiger ist es jedoch, die Ursachen der Erektionsstörung zu erkennen und zu behandeln. Das kann sogar lebensrettend sein.

 

Wieso lebensrettend?

 

Erektionsstörungen sind oft der erste Hinweis auf einen allgemeinen Gefäßschaden. Daher muss unbedingt geklärt werden, wie es um die Durchblutung anderer Organe – vor allem Herz, Gehirn, Nieren und Augen – steht. Stellt sich eine fortgeschrittene Gefäßverkalkung heraus, kann die rechtzeitige Behandlung Komplikationen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindern.

 

Zurück zur Behandlung der Impotenz: Welche Möglichkeiten gibt es?

 

Zunächst müssen Blutzucker, Blutdruck und Blutfette so normal wie möglich eingestellt werden. Dabei helfen Bewegung, gesunde Ernährung und der Abbau von Übergewicht. Unterstützend kann der Arzt Potenz-Tabletten verordnen. Sie eignen sich aber nicht für alle Männer und werden gewöhnlich nicht von der Kasse bezahlt. Eine andere Möglichkeit ist die Vakuumpumpe. Am besten ist es, dies gemeinsam mit der Partnerin und dem Arzt zu besprechen.

 

Es heißt ja, Alkohol in Maßen sei gut für die Gefäße. Gilt das auch bei Potenzproblemen?

 

Alkohol kann die Nerven schädigen, vor allem, wenn man regelmäßig und viel trinkt. Wer Erektionsprobleme hat, sollte also damit zurückhaltend sein. Das gilt auch fürs Rauchen, weil Nikotin die Durchblutung verschlechtert – und zwar auch die der Schwellkörper.



www.diabetes-ratgeber.net; 04.04.2008, aktualisiert am 02.08.2010
W&B/Martina Ibelherr, iStock/Iurii Krycvenko

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