Nicht nur Vorerkrankungen und ein ungesunder Lebensstil schaden der Männlichkeit, sondern auch ein "Zuviel" an Medikamenten
Je mehr Arzneimittel ein Mann einnimmt, umso stärker leidet darunter seine Potenz. Diesen Zusammenhang brachte eine Auswertung der Gesundheitsdaten von rund 37.700 Männern im Alter von 45 bis 69 Jahren an den Tag.
Die Männer gaben in einer Befragung Urologen vom Los Angeles Medical Center (Kalifornien, USA) Auskunft darüber, an welchen Erkrankungen sie litten, welche Medikamente sie einnahmen, und ob sie Erektionsprobleme hatten.
Unter Gefäßerkrankungen leidet auch Erektionsvermögen
Das Ergebnis: Insgesamt gaben 29 Prozent der Befragten an, an Potenzstörungen zu leiden. Von denen, die bis zu zwei verschiedene Arzneimittel einnahmen, waren 16 Prozent betroffen. Bei drei bis fünf Medikamenten erhöhte sich der Anteil auf 20 Prozent, und bei Einnahme von mehr als zehn Arzneien auf 31 Prozent.
Die Ärzte hatten durchaus erwartet, einen Zusammenhang zwischen bestimmten Vorerkrankungen – etwa Bluthochdruck, Diabetes, schlechten Cholesterinwerten, Arteriosklerose –, der Einnahme von Medikamenten und nachlassender Potenz (medizinisch: erektiler Dysfunktion) zu finden.
Denn Erkrankungen, die die Gefäße schädigen, beeinträchtigen häufig auch das Erektionsvermögen. Und Männer mit solchen Erkrankungen benötigen wiederum oftmals eine Reihe von Medikamenten.
Ärzte sollten Medikation überprüfen
Doch auch, nachdem die Wissenschaftler alle bekannten Einflussfaktoren wie die verschiedenen Vorerkrankungen, Alter, Rauchen und Körpergewicht ausgeschlossen hatten, ließ sich ein Zusammenhang zwischen steigendem Medikamentenkonsum und Potenzproblemen klar nachweisen. Dabei waren verordnungspflichtige und frei verkäufliche Medikamente gleichermaßen betroffen.
Die Autoren der Studie empfehlen Ärzten, bei Patienten mit erektiler Dysfunktion neben den bekannten Einflussfaktoren auch die Medikation zu prüfen. So könnte nicht nur ein gesünderer Lebensstil mit Gewichtsabnahme, mehr Bewegung und Rauchverzicht helfen, das Erektionsvermögen zu verbessern, sondern bei Patienten mit sehr vielen Arzneien unter Umständen auch die Umstellung oder das Absetzen bestimmter Mittel.
www.diabetes-ratgeber.net / Quelle: BJU Int., Online-Veröffenlichung Nov. 2011.;
25.11.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera
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