Erkältung: Was bei Diabetes wichtig ist

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Immunsystem unterstützen, was bei einer Erkältung hilft – und wie Sie Ihre Zuckerwerte im Krankheitsfall in Zaum halten

von Stephan Soutschek, aktualisiert am 16.11.2016

Kopfweh ist oft das erste Anzeichen einer beginnenden Erkältung

Panthermedia/Thomas Lammeyer

Wer Diabetes hat, den erwischen Erkältungen unter Umständen häufiger. Denn hohe Blutzuckerwerte können das Abwehrsystem unseres Körpers strapazieren.

Wichtig zu wissen: Ist ein Infekt einmal ausgebrochen, sollten Menschen mit Diabetes außerdem ein wachsames Auge auf ihre Werte haben. Krankheiten können die Blutzuckereinstellung ordentlich durcheinander bringen.


Erkältungen vorbeugen

Der beste Schutz ist natürlich, sich gar nicht erst mit Erkältungsviren anstecken zu lassen. Folgende Tipps helfen dabei:

  • Hände waschen: Viren lauern überall, ob auf dem Handlauf der Treppe, der Taste am Fahrkartenautomat oder auf Geldscheinen. Deshalb nicht mit ungewaschenen Händen die Augen oder Nase reiben oder essen. Um die Viren abzuspülen, reichen Wasser und Seife.
  • Nicht anhusten lassen: Wer hustet und niest, lässt einen Sprühregen von Viren in seiner Umgebung niedergehen. Halten Sie daher, wenn möglich, Abstand von Hustern und Niesern.
  • Menschenmengen meiden: Wenn eine Erkältungs- oder Grippewelle anrollt, sollte man größere Menschenansammlungen nach Möglichkeit meiden – etwa im Kaufhaus, der U-Bahn oder im Bus.

Bewegung und Schlaf stärken die Immunabwehr

Auch wenn Sie sich noch so bemühen, ausschließen lässt sich ein Kontakt mit Erkältungs- oder Grippeviren im Alltag kaum. Mit Spaziergängen an der frischen Luft, einer gesunden Ernährung und ausreichend Schlaf können Sie deswegen Ihr Immunsystem unterstützen.

Wer Diabetes hat, sollte sich außerdem jedes Jahr gegen Grippeviren impfen lassen. Am besten im Herbst, also rechtzeitig vor Start der großen Grippewellen in Dezember, Januar und Februar. Der Impfschutz benötigt rund zwei Wochen, bis er sich vollständig aufgebaut hat.

Erkältungssymptome lindern

Einen Infekt auszukurieren benötigt Zeit. Rund eine Woche dauert es meistens, bis die Erkältung wieder abklingt. Währenddessen können Sie selbst einiges tun, um die Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Halsschmerzen zu lindern. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welche Mittel in Ihrem Fall empfehlenswert sind.

Bei Schnupfen helfen zum Beispiel Inhalationen mit warmem Wasserdampf den Schleim zu lösen und die Schleimhäute abschwellen zu lassen. Abschwellende Sprays können die Nasenlöcher befreien und sind so gerade abends nützlich, um das Einschlafen erleichtern.

Gegen Halsschmerzen gibt es Lutschpastillen und Gurgellösungen. Husten lässt sich häufig mit pflanzlichen Mitteln wie Thymian oder Efeu behandeln. Auch wichtig: ausreichend trinken und schlafen.

Bei Temperaturen über 39 Grad Celsius helfen fiebersenkende Mittel aus der Apotheke. Wichtig: Ziehen Sie den Arzt zu Rate, wenn ...

  • das Fieber sehr hoch ist
  • zugleich Atemnot oder starke Schmerzen bestehen 
  • zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird
  • Krämpfe oder ein Bewusstseinsverlust auftreten
  • der Krankheit ein Auslandsaufenthalt vorausging

Wer Diabetes oder andere chronische Krankheiten hat, sollte bei Fieber in jedem Fall rechtzeitig mit dem Arzt sprechen.


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Diabetes-Behandlung bei Erkältung anpassen

Ob kleiner Schnupfen oder schwere Grippe: Krankheiten können den Stoffwechsel bei Diabetes schnell aus den Fugen bringen. Ein schwerer Infekt kann den Insulinbedarf erhöhen, so dass Betroffene unter Umständen mehr spritzen oder die Medikamentendosis erhöhen müssen. Erbrechen und Durchfall können aber dazu führen, dass die Insulin- und Tablettendosis gesenkt werden sollte, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.


Wer Diabetes hat, sollte vorab einmal mit seinem Arzt geklärt haben, ob und wie er die Dosis an Medikamenten oder Insulin im Falle einer Krankheit verändern muss.


Grundsätzlich gilt: Auch wer seinen Blutzucker sonst eher selten kontrolliert, sollte im Krankheitsfall mehrmals täglich messen – etwa alle drei Stunden. Bei stark erhöhten Zuckerwerten (ab 250 mg/dl) und Insulinmangel kann es zu einer Ketoazidose kommen, einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung. Betroffen sind in erster Linie Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen.

Mögliche Anzeichen einer Ketoazidose sind Erbrechen und Bauchschmerzen. Dann schnell einen Ketontest machen. Für den Fall, dass der Test positiv ausfällt, sollten Menschen mit Diabetes einmal vorab mit ihrem Arzt geklärt haben, was bei einer Ketoazidose zu tun ist.

Bei Fieber oft erhöhter Insulinbedarf

Bei Diabetikern, die Insulin spritzen, kann der Stoffwechsel während einer Krankheit besonders schnell durcheinander geraten. Vor allem fieberhafte Erkrankungen erhöhen den Insulinbedarf. Die übliche Dosis reicht dann oft nicht mehr aus, um die Blutzuckerwerte stabil zu halten. Wie viel Insulin bei Fieber zusätzlich verabreicht werden muss, kann individuell sehr verschieden sein. Fragen Sie auf jeden Fall ihren Arzt, wie Sie vorgehen sollen. Manchmal kann es sinnvoll sein, nur die Dosis des kurzwirkenden Mahlzeiteninsulins zu ändern, manchmal sollte zusätzlich das langwirkende Basalinsulin angepasst werden. Wer Insulin spritzt, sollte im Erkrankungsfall den Blutzucker besonders engmaschig überprüfen.

Vor allem bei schweren Infektionskrankheiten wie einer Lungenentzündung können Blutzucker senkende Tabletten bei Typ-2-Diabetes nicht mehr ausreichen, um den Blutzucker zu regulieren. Dann müssen Patienten manchmal vorübergehend Insulin spritzen, um die Werte in den Griff zu kriegen.

Kinder: Bei geringster Unsicherheit den Arzt holen

Bei Kindern kann ein Infekt den Stoffwechsel noch schneller durcheinander bringen als bei Erwachsenen. Je jünger das Kind, umso größer ist die Gefahr. Am besten alle zwei Stunden den Blutzucker überprüfen. Leicht höhere Werte eher hinnehmen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Eltern von Kindern mit Diabetes sollten unbedingt im Vorfeld mit einem Arzt besprochen, haben, was im Krankheitsfall zu beachten ist, wie die Insulindosis gegebenenfalls anzupassen ist. Bei Erbrechen oder Bauchschmerzen unbedingt einen Ketontest machen. Holen Sie bei der geringsten Unsicherheit den Rat ihres Arztes ein.



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