Grippe-Impfung wichtig bei Diabetes

Menschen mit Diabetes sind besonders anfällig für eine Grippe. Sie sollten sich am besten jährlich gegen die Erreger impfen lassen. Der ideale Zeitpunkt dafür ist im Herbst
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 13.10.2016

Grippe-Impfung: Kleiner Piks, große Wirkung

W&B/Martin Ley

Wer Typ-1- oder Typ-2-Diabetes hat, sollte einmal jährlich seinen Impfschutz gegen Grippeviren erneuern. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO). Denn Grippe-Erkrankungen (Influenza) können bei Menschen mit der Zuckerkrankheit unter Umständen einen schwereren Verlauf nehmen.

Menschen mit Diabetes gelten als Risikogruppe

Das Robert Koch-Institut (RKI) rät Menschen mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen und Komplikationen zur Grippe-Impfung. Dazu gehören neben Diabetikern unter anderem über 60-Jährige, Schwangere, Asthmatiker und Menschen, die in medizinischen Einrichtungen tätig sind. Bei letzteren besteht die Gefahr, dass sie die Viren an Kranke weitergeben. Das RKI veröffentlicht jedes Jahr aktualisierte Empfehlungen zum Impf-Schutz.

Prinzipiell ist eine Impfung gegen Grippe jederzeit möglich. Nach der Impfung dauert es allerdings etwa zwei Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut ist. Deshalb ist es sinnvoll, sich rechtzeitig im Oktober oder November darum zu kümmern. Die großen Grippewellen finden in Deutschland meist im Januar und Februar statt. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Grippe-Impfung bei Diabetes.

Jährliche Auffrischung wichtig

Der Impfschutz gegen Grippe muss jedes Jahr erneuert werden. Das hat zwei Gründe. Zum einen hält die Schutzwirkung wohl nur eine Saison vor. Außerdem gehören Grippeviren zu den Erregern, die sich sehr schnell verändern. Der Impfstoff des letzten Jahres wehrt den aktuellen Virenstamm deshalb nicht unbedingt ab.

Experten entwickeln daher jedes Jahr einen Impfschutz, der möglichst gut gegen die Grippeviren wirkt, die im kommenden Winter voraussichtlich die größte Rolle spielen werden. "Die Impfstoffe für die neue Saison 2016/2017 unter­scheiden sich in zwei der drei Kompo­nenten gegen­über denen der voran­ge­gan­genen Saison", erläutert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, in einer Pressemeldung zur kommenden Grippesaison. Nach Angaben des RKI schützen die jährlich neu zusammengestellten Impfstoffe im Durchschnitt vor rund 40 bis 60 Prozent der saisonalen Erreger.

Zu wenig Menschen geimpft

Laut RKI nutzen zu wenig Menschen die Möglichkeit der Impfung. Bei den über 60-Jährigen sei etwa nur rund jeder Dritte immunisiert, Tendenz sinkend. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Quote von 75 Prozent bei Risikogruppen.

Bei Fragen zu Impfungen ist der Hausarzt ein geeigneter Ansprechpartner. Der aktuelle Impfstatus lässt sich im Impfpass nachlesen. Wer diesen verloren hat, fragt am besten bei dem Arzt nach, bei dem er seine letzten Impfungen hat vornehmen lassen.

Das Grippe-Abwehr-Programm: So schützen Sie sich

  • Hände waschen: ­Viren sitzen überall – auf Türklinken, Haltegriffen, Treppenläufen. Fassen Sie sich nur mit frisch gewaschenen Händen an Nase, Mund oder Augen.
  • Sich viel draußen bewegen: Wer körperlich fit ist, unterstützt seine Abwehrkräfte. Und ein Spaziergang bei kühlem Wetter fördert die Durchblutung – ähnlich wie ein Saunabesuch.
  • Ausreichend schlafen: Kurze Nächte schwächen das Immunsystem und machen es Viren leichter.
  • Sich gesund ernähren: Eine abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Davon profitiert auch das Immun­system.

Impfung gegen Pneumokokken

Über 60-Jährige und Diabetiker sollten sich auch einmalig gegen Pneumokokken impfen lassen. Pneumokokken sind Bakterien, die beim Menschen Infektionen wie zum Beispiel eine Lungenentzündung hervorrufen können. Eine Wiederholungsimpfung gegen Pneumokokken nach mindestens sechs Jahren ist laut Robert Koch-Institut nur bei bestimmten Erwachsenen notwendig. Dazu gehören etwa Patienten mit chronischen Nierenkrankheiten oder bestimmten Immundefekten.



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