Um 1930 untersuchten Forscher, warum ausgerechnet die Bewohner Longyearbyens, einem der nördlichsten Orte der Welt auf der Insel Spitzbergen, kaum Erkältungen bekamen. Nur einmal im Jahr, wenn das Postschiff anlegte, brach das große Husten und Niesen aus. Denn neben den Säcken mit Briefen waren stets auch einige erkältete Matrosen an Bord. Fazit der Forscher: Ohne Keime keine Erkältungen – auch wenn’s noch so kalt ist. Wem es gelingt, den Viren auszuweichen, der hat folglich gute Chancen, gesund zu bleiben. Aber wie schafft man das? Hier ein paar Tipps, die dabei helfen:
Hände waschen: Viren lauern überall, ob auf dem Handlauf der Treppe, der Taste am Fahrkartenautomat oder auf Geldscheinen. Deshalb bitte nicht mit ungewaschenen Händen die Augen oder Nase reiben oder essen. Um die Viren abzuspülen, reichen Wasser und Seife. Desinfizieren ist unnötig, schadet außerdem der Haut. Nicht vergessen: Hände nach dem Waschen eincremen.
Nicht anhusten lassen: Wer hustet und niest, lässt einen Sprühregen von Viren in seiner Umgebung niedergehen. Halten Sie daher, wenn möglich, Abstand von Hustern und Niesern und benutzen Sie, wenn es Sie selbst erwischt hat, ein Taschentuch. Ob ein spezieller Mund-Nasen-Schutz das Risiko senkt, sich anzustecken, ist umstritten.
Menschenansammlungen meiden:Wenn eine Erkältungs- oder Grippewelle rollt, sollte man größere Menschenansammlungen nach Möglichkeit meiden – etwa im Kaufhaus, der U-Bahn oder im Bus.
Auch wenn Sie sich noch so bemühen, ausschließen lässt sich ein Kontakt mit Erkältungs- oder Grippeviren im Alltag kaum. Deshalb: Sorgen Sie für starke Abwehrkräfte. Besonders wichtig ist das für Menschen mit Diabetes. Sie bekommen leichter Infekte, weil ihr Immunsystem durch die erhöhten Blutzuckerwerte geschwächt sein kann. Zudem kann der Blutzucker bei einem schweren Infekt leicht entgleisen. Grund genug, vorzubeugen.
Ab in die Sauna: Bei Kälte verschlechtert sich die Durchblutung der Haut und der Schleimhäute, weil sich die Gefäße zusammenziehen. Regelmäßiges Saunieren "trainiert" die Blutgefäße: Sie ziehen sich dann bei Kälte nicht mehr krampfartig zusammen. Die Schleimhäute bleiben gut durchblutet und es stehen genug weiße Blutkörperchen und Abwehrzellen zur Verfügung, um eindringende Viren abzuwehren (Lesen sie auch: Saunatipps für Diabetiker).
Oft an die frische Luft: Wer nicht gern in die Sauna geht, sollte öfter einen Spaziergang an der frischen Luft machen. Die Temperaturunterschiede sind dabei zwar deutlich geringer, aber trotzdem noch "reizvoll" für die Blutgefäße, vor allem, wenn es draußen kühl ist. Wer empfindlich ist, sollte Hals, Nase und Ohren vor Kälte schützen. Die Empfehlung, möglichst viel bei Tageslicht rauszugehen, hat noch einen weiteren Grund: Im Herbst lässt die Sonnenstrahlung deutlich nach. Ohne Sonnenlicht produziert der Körper weniger Vitamin D. Dieses Vitamin ist wichtig für ein funktionierendes Abwehrsystem. Ein Mangel an Vitamin D begünstigt Infekte, vermuten Forscher.
Vitamine und Mineralstoffe: Auch andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig, damit das Abwehrsystem des Körpers funktioniert. Also: abwechslungsreich essen, täglich mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst. Wer sich nicht sicher ist, ob er seinen Bedarf damit deckt – zum Beispiel alte Menschen, die sich einseitig ernähren –, kann auch ein Vitaminpräparat aus der Apotheke nehmen. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker oder Hausarzt beraten.
Pflanzliche Wirkstoffe: Wer befürchtet, dass sich eine Erkältung anbahnt, kann seine Körperabwehr mit pflanzlichen Wirkstoffen unterstützen – zum Beispiel, indem er vorübergehend ein Präparat aus rotem Sonnenhut oder Wasserdost aus der Apotheke einnimmt. Als Dauer-Vorsorge werden sie aber nicht empfohlen.
Andreas Baum / www.diabetes-ratgeber.net;
18.08.2010, aktualisiert am 02.12.2011
Bildnachweis: W&B/OJO Images, Jupiter Images GmbH/Thinkstock LLC
Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z>, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung