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Bei süßen Getränken auf wenig Zucker achten

Fruchtsäfte, Limonaden oder andere Erfrischungsgetränke schmecken süß und enthalten häufig viel Zucker. Als Diabetiker muss man aufpassen, dass der Blutzucker im Normbereich bleibt


In Limonade, Brause, Eistee und Energy-Drinks steckt meistens viel Zucker

Außerdem kann der hohe Kaloriengehalt durch gesüßte Getränke mit Haushaltszucker (Saccharose), aber auch Fruchtzucker (Fruktose) oder Sirup langfristig zu Übergewicht führen. Die Frucht- und Zuckeranteile in den einzelnen Softdrinks variieren erheblich. Den mit 100 Prozent höchsten Fruchtanteil haben bei den Säften der Direktsaft und Fruchtsaftkonzentrat mit Wasser. Diese Fruchtsäfte sind günstig, weil der Zucker naturgemäß aus den Früchten stammt.

Trotzdem sollten Diabetiker diese Fruchtsäfte nicht unbegrenzt trinken. Etwa 110 Milliliter Saft, je nach Sorte, werden mit 1 BE, KHE oder KE (10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate) angerechnet. Ein Glas Apfelsaft mit 100 Prozent Frucht ist eine Alternative zur Behandlung der Unterzuckerung (Hypoglykämie) mit Traubenzucker. Der Saft geht schnell durch den Magen, so dass der Zucker sofort ins Blut gelangen und den kritischen Zustand einer Hypoglykämie mit Werten unter 50 mg/dl bzw. 2,7 mmol/l schnell beheben kann. In der Regel steigt die Blutzuckerkonzentration bei Erwachsenen von einer BE/KHE/KE Saft um ca. 30 bis 60 mg/dl (1,6 - 3,3 mmol/l). Bei Kindern reicht manchmal schon die halbe Menge, um dieses Ziel zu erreichen.


Fruchtsaftgetränke: Keine Obergrenze für Zuckergehalt

Weniger zu empfehlen sind Fruchtnektar oder Fruchtsaftgetränke. Sie haben einen geringen Fruchtanteil, enthalten aber oft Zucker und Aromastoffe. Der Nektar besteht aus Saftkonzentrat mit 25 bis 50 Prozent Fruchtanteil und bis zu 20 Prozent Zucker. Bei Fruchtsaftgetränken liegt der Saftanteil zwischen 6 und 30 Prozent, für den Zuckergehalt gibt es keine Obergrenze. Auch in Limonade, Brause, Eistee oder Energy-Drinks steckt meistens viel Zucker. Limonaden haben einen geringen Anteil von Fruchtsaft. Die Brause enthält naturidentische oder künstliche Aromen und Farbstoffe. Dazu kommen Kohlensäure, Süßstoffe und Koffein. In Eistee stecken neben natürlichen Teeauszügen oft auch künstliche Aromastoffe, Sportgetränke werden mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Energy-Drinks sind Limonaden, denen Zusatzstoffe wie Taurin, Koffein oder Guarana beigesetzt sind, die die Leistungsfähigkeit erhöhen sollen.

Menschen mit Diabetes können in Maßen alles trinken, wenn sie auf den Zuckergehalt achten. Zucker muss berechnet werden und macht auf Dauer dick, deshalb ist es günstiger, Soft-Drinks durch Light- oder Diätprodukte zu ersetzen. Diese erhalten ihren süßen Geschmack durch kalorienfreie Zuckerersatzstoffe. Über die Hälfte der zuckerfreien Getränke sind mit Cyclamat zubereitet. Diesem Süßstoff wurde lange Zeit eine krebserregende Wirkung nachgesagt, allerdings bei einer unrealistisch hohen Dosis. Die empfohlene Tageshöchstmenge (siehe Tabelle unten) kann kaum überschritten werden, deshalb sind Süßstoffe unbedenklich.

 


Tageshöchstmengen für zugelassene Süßstoffe

Süßstoff          
Süßkraft
(gegenüber Haushaltszucker)
Tageshöchstmenge
(Milligramm pro Kilogramm Körperewicht)
Cyclamat 30 bis 50 mal stärker 7 mg / kg
Acesulfam 130 bis 200 mal stärker 9 mg / kg
Aspartam 200 mal stärker 40 mg / kg
Saccharin 300 bis 500 Mal stärker 7 mg / kg

 

Auf Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit und Fruktose kann man heute verzichten. Sie werden wie Haushaltszucker dosiert, besitzen genauso viele Kalorien und wirken in Mengen über 10 bis 20 Gramm abführend (zum Beispiel auch Maltit, Xylit).

Durch Bezeichnung "light" nicht täuschen lassen

Süßstoffe sind nicht schädlich und Diabetiker können darauf nicht verzichten. Für alle Lebensmittel und Getränke gilt: Übermäßig Zucker kann man auch mit praktizierter Insulintherapie nicht einfach so „wegspritzen“.

Man sollte sich durch die Bezeichnung „light oder diet" (diät) nicht täuschen lassen: Sie bedeutet nicht, dass kein Zucker, Kohlenhydrate und Fett enthalten sind. Nur mit wenig davon wird das Produkt kalorienarm. Für die Trinkerfrischung bieten sich ebenso Früchtetees an, die heiß oder gekühlt bekömmlich sind und schmecken. Ein ideales Kaltgetränk als Alternative ist die Saftschorle. Im Verhältnis eins zu fünf wird Fruchtsaft mit Wasser gemischt, das hat wenig Kalorien und kaum Kohlenhydrate.




Bildnachweis: W&B/ Winfried Fischer
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www.diabetes-ratgeber.net; aktualisiert am 28.10.2011, erstellt am 23.09.2009
Bildnachweis: W&B/ Winfried Fischer

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