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Bisphenol A: Ungesunde Dosensuppen

Wer oft Dosensuppen isst, lebt ungesund: Die Chemikalie Bisphenol A gelangt aus den Konserven offenbar in großen Mengen in den Körper


Wer täglich Konserven aus der Dose isst, führt seinem Körper vermutlich ungesund hohe Dosen des gesundheitsschädlichen Kunstharzes BPA zu

Wissenschaftler der Harvard School of Public Health (USA) teilten 75 Versuchsteilnehmer in zwei Gruppen. Eine Gruppe bekam täglich eine Portion Gemüsesuppe aus der Dose serviert. Für die andere Gruppe wurde eine vergleichbare Suppe aus frischen Zutaten zubereitet. Nach fünf Tagen Versuchsdauer und zwei Pausentagen wurden die Gruppen getauscht. Jetzt bekam die ehemalige Frischkost-Gruppe fünf Tage lang Dosensuppe zu löffeln, die Dosen-Gruppe wechselte zur frisch gekochten Suppe.

Während des Experiments bestimmten die Forscher regelmäßig den Gehalt der Chemikalie Bisphenol A (BPA) im Urin der Teilnehmer. Dabei zeigte sich: Während der Ernährung mit Dosensuppe stieg der BPA-Gehalt im Urin auf durchschnittlich 20,8 Mikrogramm pro Liter – rund das Zwanzigfache des Wertes (1,1 Mikrogramm), der während der Ernährung mit frisch zubereiteter Suppe gemessen wurde.

Bisphenol A steckt in vielen Gebrauchsgegenständen

Einen derart hohen BPA-Anstieg mit einer einzigen Konserven-Portion pro Tag hätten sie nicht erwartet, schreiben die Forscher. Sie schränken zwar ein, dass die Erhöhung der BPA-Konzentrationen vermutlich nur vorübergehend sei. Die Ergebnisse könnten aber für Menschen bedeutsam sein, bei denen regelmäßig Lebensmittel oder Getränke aus Dosen auf dem Speiseplan stehen.

Das Kunstharz Bisphenol A steckt in zahlreichen Produkten des täglichen Bedarfs, unter anderem in Folienverpackungen, Plastikschüsseln, Babyfläschchen und in der inneren Beschichtung von Konservendosen. Seit einiger Zeit vermehren sich die Hinweise darauf, dass die Chemikalie gesundheitsgefährdend sein könnte.

So haben Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen erhöhten BPA-Spiegeln im Blut und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes und Herzinfarkten festgestellt. Zudem steht BPA unter Verdacht, Krebs zu fördern. Auch Fruchtbarkeitsstörungen und schädliche Einflüsse auf die Entwickung ungeborener Kinder zählen zu den vermuteten "Nebenwirkungen" der Chemikalie.



JAMA, Bd. 306 (2011), S. 2218 / www.diabetes-ratgeber.net; 24.11.2011, aktualisiert am 24.11.2011
Bildnachweis: Panthermedia/TIBU

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