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Cola, Kaffee, Tee - die Wachmacher


Kaffee enthält deutlich mehr Koffein als Tee und Cola

Cola besitzt einen schlechten Ruf. Immerhin stecken schon 36 Stück Würfelzucker in einem Liter. Trotzdem ist die Brause, die es auch light und koffeinfrei gibt, als Erfrischungsgetränk bei jung und alt sehr beliebt. Um Cola ranken sich viele Gerüchte. So soll die Brause Fleisch auflösen können und dazu führen, dass Knochen spröde werden oder Zähne ausfallen. Cola wird auch noch dafür verantwortlich gemacht, dass Gicht, Diabetes und Magenprobleme entstehen. Andererseits soll das Getränk bei Durchfallerkrankungen nahezu wie ein Wundermittel wirken.

Neben Wasser beinhaltet die Cola ohne Light-Emblem vor allem Kohlensäure, Phosphorsäure, Koffein und Zucker. Aber die Behauptung „Cola hat viel Zucker, davon wird man zuckerkrank“ ist falsch, denn ein Lebensmittel allein kann keinen Diabetes verursachen. Problematisch wird es aber bei übermäßigem Konsum. Wer mehr als einen Liter der koffeinhaltigen Brause pro Tag trinkt, schadet seiner Gesundheit. Der kontinuierliche Schluck aus der Colaflasche hält den Speichel dauerhaft in einem sauren Bereich.

Säure nagt am Zahnschmelz

Die Phosphorsäure löst das Kalzium der Zähne auf und greift den Zahnschmelz an, der eigentlich vor Karies schützen soll. Der hohe Phosphatgehalt in Cola (140 Milligramm pro Liter) verhindert die Aufnahme von Kalzium für die Knochen, die Knochendichte nimmt ab. Denn aus Phosphorsäure mit Kalzium wird ein Salz, das für den Knochenaufbau wertlos ist, weil die Kalziummoleküle in dem Salz eingebunden und nicht nutzbar sind.



Unter zuviel Phosphorsäure aus Cola leiden Zähne und Knochen

Cola kann jedoch kein Fleisch zersetzen und schon gar keine inneren Organe. Wenn man ein Stück Fleisch in ein Glas Cola legt, passiert relativ wenig. Das Fleisch saugt sich nur mit Flüssigkeit voll (es quillt auf), einzelne Fasern lösen sich ab und die Farbe leidet. Ähnliches ist zu beobachten, wenn Fleisch über längere Zeit in Sekt oder Selters gelegt wird. Für Magenprobleme kann Cola also nicht verantwortlich gemacht werden. Die Salzsäure im Magen ist stärker als die Phosphorsäure der koffeinhaltigen Brause.

Cola in Kombination mit Salzstangen hilft auch nicht unbedingt gegen Durchfall. Das Verhältnis von Salz und Zucker ist viel zu unausgewogen, so dass weiterer Durchfall die Folge sein kann. Abgekochtes Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffeln Traubenzucker ist ein besseres Hausmittel, um bei Durchfall den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Bewiesen ist allerdings: Hoher Cola-Konsum führt vermehrt zu Knochenbrüchen. Studien haben gezeigt, das Risiko für Knochenfrakturen nimmt bei Mädchen im Teenageralter, die nur Cola trinken, um das Fünffache zu. Selbst wenn Sport getrieben wird, besteht bei regelmäßigen Cola-Trinkern noch ein dreifach höheres Risiko. Der Griff zur Colaflasche sollte deshalb eher die Ausnahme bleiben.

Morgens eine Tasse Tee oder lieber Kaffee

Ist Kaffee wirklich schädlicher als Tee? Für viele ist es ja nur eine Geschmacksfrage, ob das Frühstück mit einer Tasse Tee oder Kaffee beginnt. Andere sagen, sie brauchen morgens den Pott Kaffee, um wach in den Tag zu starten. Das liegt am Koffein, es wirkt anregend und fördert die Freisetzung von Adrenalin. Und Koffein im Kaffee ist tatsächlich stärker als in schwarzem Tee. Eine Tasse Kaffee enthält das Doppelt- bis Dreifache an Koffein, etwa 60 bis 100 Milligramm. Beim Schwarztee setzt die Koffeinwirkung langsamer ein und sie hält länger an. Die Gerbstoffe im Tee binden das Koffein und setzen es nach und nach frei. Grüntee hat einen höheren Anteil von Gerbstoffen. Der grüne Tee stammt aus derselben Teepflanze wie schwarzer Tee.

Koffein in Kaffee, schwarzem oder grünem Tee entwässert, es wirkt harntreibend (diuretisch). Die Nieren scheiden kurzfristig mehr Wasser und Natrium aus, was der Körper innerhalb des Tages selbst wieder ausgleicht. Entgegen der weitläufigen Annahme kann die Flüssigkeitsbilanz nicht beeinflusst werden, wenn man zu jedem Kaffee die gleiche Menge Wasser trinkt. Kaffee oder Grüntee können vor Diabetes schützen, sagen einige Studien. Es gibt Belege dafür, dass regelmäßige Kaffee-Trinker seltener an Typ-2-Diabetes erkranken.

Aber nicht Koffein, sondern Bestandteile im Kaffee wie Polyphenole und weitere Antioxidantien sollen die Insulinempfindlichkeit im Körper verbessern. Dieser Effekt ist auch bei entkoffeiniertem Kaffee zu beobachten, der übrigens nicht ganz ohne Koffein auskommt. Bis zu vier Milligramm sind darin noch enthalten. Im Grüntee soll das Antioxidans EGCG (Epigallocatechigallat) eine positive Wirkung haben, zum Beispiel auf das schädliche LDL-Cholesterin. Aber die dazu erforderlichen hohen Mengen von grünem Tee kann niemand trinken, das wäre utopisch. US-Forscher haben festgestellt, dass mit EGCG der Diabetesausbruch verhindert oder verzögert werden könne. Diese Untersuchung fand aber an Mäusen mit genetischer Anlage zum Typ-1-Diabetes statt. Doch Tierversuche lassen sich nicht ohne weiteres auf den Homo sapiens übertragen.

Bei zuviel Koffein drohen Schlaflosigkeit und Nervosität



Im Gegensatz zu Kaffee ist Tee ein guter Durstlöscher

Bei Menschen zeigen Ergebnisse aus Japan und den Niederlanden, dass grüner Tee vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall ist. Kaum untersucht wurde aber, ob Viel-Teetrinker nicht generell einen gesünderen Lebensstil haben. Menschen, die literweise Kaffee trinken, sind oft auch starke Raucher.

Ein hoher Konsum von koffeinhaltigen Getränken wie Cola oder Kaffee kann zu Schlaflosigkeit, Nervosität und Kopfschmerzen führen. Dass Kaffee die Durchblutung des Herzmuskels reduziert, den Blutdruck erhöht oder den Zuckerstoffwechsel negativ beeinflusst, ist nicht bewiesen. Groß angelegte Studien aus den USA und Finnland widersprechen dem: Der koffeinhaltige Kaffeegenuss hatte keine ungünstigen Effekte auf Blutdruck, Pulsfrequenz, Gewicht, Blutzuckerspiegel und Cholesterin. Ein regelmäßiger Kaffee-Konsum steht in keinem Zusammenhang mit einem höheren Risiko für Erkrankungen am Herzen oder Gehirn. Das konnte auch für Männer mit Typ-2-Diabetes nachgewiesen werden.

Trotzdem lautet die Empfehlung: Nicht nur Getränke mit Koffein! Denn der Körper gewöhnt sich schnell an die Substanz. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag darf man sich erlauben. Öfter sollte es dann auch mal ein Glas Tee sein. Hier gibt es eine große Auswahl von Entspannungs-, Nieren-, Blasentees bis zu heimischen und exotischen Früchten. Dabei wirkt loser Tee kaum anders als Tee im Beutel. Der Teebeutel beinhaltet die kleineren Partikel, die bei der Produktion von groben Teeblättern übrig bleiben. Loser Tee schmeckt einfach milder. Die Bitterstoffe können sich aufgrund der Oberflächenstruktur weniger schnell entfalten.

Dunkel gerösteter Kaffee ist gesünder für den Magen

Nach dem Aufbrühen beträgt die Ziehzeit für Schwarztee etwa drei Minuten. Früchte- und Kräutertees müssen schon mal fünf bis sieben Minuten lang ziehen, um den vollen Geschmack zu entfalten. Im Gegensatz zu Kaffee lässt sich mit Tee der Durst löschen. Bei der Kaffeezubereitung kann man darauf achten, dass die Temperatur beim Brühen hoch ist. Eine dunkle Röstung ist für den Magen schonender als die helle Bohne. Je länger die Kaffeebohne bei niedrigen Temperaturen röstet, desto mehr Säure verflüchtigt sich. Genau diese Säure greift die Magenschleimhäute an. Bei stark geröstetem Kaffee entstehen aber mehr Bitterstoffe.

Im Kaffee ist auch Fett in Form von Kaffeeölen enthalten. Wird der Kaffee gefiltert, sind weniger Öle darin, als bei Espresso oder Sorten, bei denen das Pulver als Kaffeesatz in der Tasse zurückbleibt. Diabetiker sollten bedenken, dass Milch in Latte Macciato, Cappuccino oder Tee Kohlenhydrate enthält, die den Blutzuckerspiegel steigen lassen. Trinkschokolade auf der Basis von Milch gilt übrigens nicht als Getränk, sondern als Nahrungsmittel. Die Kakaobohne besitzt nur wenig Koffein. Eine Tasse Schokolade hat etwa zehn Milligramm Koffein und etwa 130 Kilokalorien. Kakao enthält dazu noch wertvolle Flavonoide, die vor Herz- Kreislauferkrankungen schützen.




Bildnachweis: Stockbyte/ RYF, W&B/Ulrich Kerth, Corbis Images/ RYF
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www.diabetes-ratgeber.net; aktualisiert am 28.10.2011, erstellt am 23.09.2009
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