"Darmbakterien lieben Ballaststoffe"

Mit der richtigen Ernährung lassen sich die günstigen Bakterien im Verdauungstrakt unterstützen. Ernährungsexperte Andreas Pfeiffer verrät, worauf es dabei ankommt
von Dr. Sabine Haaß, 18.04.2017

Kichererbsen: Hülsenfrüchte enthalten viele Ballaststoffe

Shotshop/Zerbor

Was versteht man unter einer gesunden Darmflora?

Eine gesunde Darmflora besteht aus einer großen Zahl verschiedener Bakterienarten. Wobei der Begriff "Flora" eigentlich für Pflanzen steht. Korrekter wäre "Mikrobiota".

Kann ich zu einer gesunden Mikrobiota beitragen?

Das können Sie – mit dem richtigen "Futter". Darm­bakterien brauchen Ballaststoffe, vor allem aus Getreide. Wenn Sie täglich Vollkornbrot und Müsli essen, sorgen Sie für große Vielfalt und für die Ansiedlung nützlicher Bakterien.

Professor Andreas Pfeiffer ist Stoffwechsel- und Magen-Darm-Spezialist am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam

W&B/Michael Hughes

Was heißt nützlich?

Bakterien spalten Ballaststoffe und verwerten sie. Dabei entstehen bestimmte Fettsäuren, die für unseren Körper wichtig sind. Sie versorgen zum Beispiel die Darmzellen mit Energie, fördern die Darmbewegung, wirken entzündungshemmend und regen die Bildung von Hormonen an.

Gut für die Mikrobiota soll an­geblich auch eine Darmreinigung sein.

Sogenannte "Darmreinigungen" sind unsinnig. Es bleiben immer Bakterien erhalten, aus denen die "alte" Mikrobiota wieder wächst.

Und probiotischer Jo­ghurt mit Bakterienkulturen?

Joghurt ist gesund, er enthält auch lebende Mikroben, wie etwa Laktobazillen. Aber die von der Werbung oft behauptete Wirkung auf die Darmflora hat er nicht.

Was hilft, die Flora nach einer Antibiotikatherapie wieder aufzubauen?

Dabei hilft eine ballaststoffreiche, gesunde Ernährung mit Vollkornprodukten und Gemüse in jedem Fall mehr als sogenannte Probiotika.


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