Demenz: Essen fürs Gehirn?

Gesunde Ernährung kann dazu beitragen, geistigem Abbau im Alter entgegenzuwirken. Die Gründe dafür sind aber noch nicht ganz klar
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 27.07.2015

Salat statt Frittiertem: Geringeres Demenz-Risiko?

Thinkstock/iStockphoto

Wer viel Vollkorn, Obst und Gemüse isst, sorgt damit nicht nur für seine schlanke Linie, sondern hält wohl auch sein Gehirn fit. Das legen zumindest die Ergebnisse einer Untersuchung von Forschern an der McMaster University im kanadischen Hamilton nahe, die im Fachjournal Neurology erschienen. Möglicherweise lässt sich so einer Demenz vorbeugen.

Das Team um Erstautor Andrew Smyth griff dabei auf zwei große Studien mit insgesamt 27.860 Teilnehmern zurück, die alle über 55 Jahre alt waren und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen oder einen Diabetes besaßen. Zu Beginn des Untersuchungszeitraums hatten die Versuchspersonen in einem Fragebogen Auskunft über mehrere Aspekte ihres Essverhaltens gegeben.


Kognitiver Verschleiß seltener bei gesunder Ernährung

Je mehr Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkorn auf dem Speiseplan standen, desto gesünder stuften die Forscher die Ernährungsweise ein. Auch Fleisch öfter durch Fisch zu ersetzen galt als vorteilhaft, viel Alkohol und Frittiertes dagegen als ungünstig.

Innerhalb des Beobachtungszeitraums von rund fünf Jahren, trat bei 4699 Teilnehmern ein geistiger Abbau ein. Diesen ermittelten die Wissenschaftler mit Hilfe des Mini-Mental-Status-Tests, der häufig zur Diagnose von Demenz-Erkrankungen herangezogen wird. Diejenigen, die sich nach den vorgegebenen Kriterien am gesündesten ernährten, hatten eine um 24 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für einen Leistungsabfall im Gehirn – verglichen mit den Studienteilnehmern, die sich besonders ungesund ernährten.

Ursachen noch ungeklärt

Offen bleibt, wie dieser Effekt zustande kommt. Eine Möglichkeit wäre, dass es an bestimmten Inhaltsstoffen im Essen wie Omega-3-Fettsäuren oder den Vitamin C und E liegt, schreiben die Studienautoren. Vielleicht spielt mit eine Rolle, dass eine gesunde Ernährung vor Gefäßkrankheiten schützt, die wiederum das Risiko für bestimmte Demenzformen erhöhen. Diesen Faktor hatten die Forscher aber nach Möglichkeit herauszurechnen versucht.

Neu ist die Erkenntnis jedenfalls nicht, dass jeder mit gesunden Verhaltensweisen im Alltag sein Risiko für kognitiven Abbau verringern kann. Neben der Ernährung sind das vor allem viel Bewegung, Blutdruck und Blutfettwerte im Normbereich. Wer Diabetes hat, sollte zudem darauf achten, dass sein Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist.

Quelle: Neurology; die Studie wurde unterstützt durch Boehringer Ingelheim


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