Diabetes-Tipps fürs Oktoberfest

Auf Volksfesten wie dem Münchner Oktoberfest geht es meist feucht-fröhlich zu – schweres Essen inklusive. Mit diesen Tipps folgt auf den Festbesuch keine Reue
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 13.09.2017

Lebkuchenherz: Gehört zum Wiesntag wie die Riesenbreze und die Maß

Thinkstock/istock

Schweinebraten mit Kartoffelknödel, Riesenbreze und eine Maß (= ein Liter) Bier: Selbst wer sich nur kurz einmal mit dem Thema Ernährung befasst hat, weiß, dass an einer typischen Oktoberfest-Mahlzeit nichts gesund oder ausgewogen ist. Dennoch ist auch bei Diabetes ein Besuch auf dem größten Volksfest der Welt kein Problem, solange man es nicht übertreibt.

Zu besonderen Gelegenheiten wie dem Oktoberfest können Menschen auch bei Diabetes die Regeln für eine gesunde Ernährung ausnahmsweise einmal beiseite schieben: "Solange ich so etwas nicht jeden Tag mache, ist das absolut in Ordnung", sagt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Astrid Tombek von der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim. "Entscheidend sind nicht die Ausnahmen, sondern der Alltag." Schließlich streicheln solche gelegentlichen Freiheiten auch das seelische Wohlbefinden.

Deftiges mit Gesundheitsvorteil 

Die deftige Portion Schweinebraten ist also nicht tabu. Allerdings gibt es durchaus Alternativen, die weniger Fett und Kalorien besitzen. Gut sind immer Gerichte mit einer Gemüsebeilage, zum Beispiel Rippchen mit Kraut. Hier reichen oft weniger Kalorien bis zur Sättigung. Das ist von Vorteil, wenn bei Typ-2-Diabetes jemand auf sein Gewicht achten muss. Auch ein Fischbrötchen oder eine gebratene Makrele sind günstig, da Fisch ungesättigte Fette enthält, die als gesünder gelten.

Beim Oktoberfestbesuch häufiger den Blutzucker messen

Vor allem Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, die Insulin spritzen, sollten bei einem Oktoberfestbesuch unbedingt genau auf ihre Blutzuckerwerte achten und gegebenenfalls öfter ihren Glukosespiegel messen. So vermeiden sie böse Überraschungen und können rechtzeitig reagieren, wenn die Werte nach oben oder unten entgleisen.

Tombeks Tipp: Schon vorab informieren, wie viele Kohlenhydrate die Gerichte haben, die man voraussichtlich essen wird. Zum Beispiel eine Riesenbreze beim Bäcker kaufen, daheim abwiegen und die KE/BE-Einheiten berechnen. Eine große Laugenbreze kommt etwa auf sieben Broteinheiten (Quelle: diabetesDE).

Um Blutzuckeranstiege zu vermeiden, empfiehlt Tombek außerdem, nicht nur im Zelt auf der Bierbank zu sitzen, sondern zwischendurch über das Festgelände zu bummeln.

Alkohol birgt Gefahr einer Unterzuckerung

Doch nicht nur zu hohe Werte drohen bei einem Volksfestbesuch. Vor allem bei insulinpflichtigen Diabetikern kann zu viel Alkohol eine Unterzuckerung zur Folge haben. Der Grund: Baut der Körper Alkohol ab, hemmt das die Abgabe von Glukose aus der Leber ins Blut. Die Blutzuckerwerte können dadurch sehr tief fallen. Vor allem wenn jemand abends Bier oder Wein getrunken hat, kann nachts im Schlaf eine Unterzuckerung auftreten, bei der unter Umständen sogar Lebensgefahr besteht. Da Alkohol die Sinne trübt, übersehen Betroffene zudem Unterzucker-Warnzeichen wie Zittern oder Schwitzen leichter.

Wer Insulin spritzt, sollte deshalb häufiger die Werte messen, wenn er auf dem Oktoberfest Bier trinkt. "Und gegebenenfalls mit höheren Werten ins Bett gehen, um Unterzucker über Nacht zu vermeiden", sagt Tombek. Liegt der Blutzuckerspiegel vor dem Einschlafen sonst bei 140 mg/dl, sollte er nach einer Maß Bier um die 180 mg/dl betragen, rät sie. Prinzipiell sollten Diabetiker mit ihrem Arzt geklärt haben, wie sie Werte und Therapie bei Alkoholgenuss gegebenenfalls anpassen.

Kalorien sparen bei den Getränken

Auf dem Oktoberfest eine sinnvolle Alternative zum reinen Bier ist eine Radlermaß – also eine Mischung aus Bier und Limo. Sie enthält nicht nur weniger Alkohol, sondern zudem weniger Kalorien als eine reguläre Maß Bier. Die kommt auf rund 500 Kilokalorien, der Liter Radler auf rund 430. Wie so oft fährt derjenige am besten, der auch ohne Alkohol Spaß haben kann. Ein Liter alkoholfreies Bier enthält gerade einmal etwa 250 Kilokalorien. Prost!


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