Essen und Trinken bei Hitze

Hohe Temperaturen machen oft dem Kreislauf zu schaffen. Unsere Ernährungstipps helfen, das Sommerwetter besser zu überstehen
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 31.07.2017

Eisgekühlte Getränke sind nicht unbedingt die beste Wahl im Hochsommer

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Sommer! Allein dieses Wort löst den Impuls aus, den Grill anzuwerfen und Steaks oder Würstchen auf dem Rost brutzeln zu lassen. Gerne mit einem kühlen Bier in der Hand. Dabei ist diese Kombination streng genommen alles andere als ideal bei Temperaturen jenseits der 30 Grad.

Besser Obst und Gemüse als Fleisch

Empfehlenswert bei Hitze sind vor allem leicht verdauliche Speisen wie Salat, Gemüse und Obst. Sie enthalten viel Wasser und tragen so dazu bei, den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen. Rotes Fleisch, zum Beispiel Schwein und Rind, lassen sich dagegen schwerer verdauen und verstärken so die gefühlte Hitze eher noch.

"Eine gute Alternative ist helles Fleisch wie Geflügel oder Fisch", sagt Dr. Rainer Hart. Letztlich müsse aber jeder selbst herausfinden, welches Essen ihm im Hochsommer gut bekommt und welches nicht, so der Facharzt für Innere Medizin in Erding.

Kalorienfallen beim Trinken

Für alle Menschen gilt aber: ausreichend trinken. Denn bei Freibadwetter können mehrere Liter Flüssigkeit durch Schwitzen verloren gehen. "Etwa zweieinhalb bis drei Liter sollte ein Gesunder an heißen Tagen trinken", sagt Hart. Solche Mengen können für Patienten mit Herzschwäche oder Nierenleiden aber kritisch sein. Sie sollten deshalb mit ihrem behandelnden Arzt abklären, welche Flüssigkeitsmengen in ihrem Fall unbedenklich sind.

Wasser und ungesüßte Tees sind ideale Flüssigkeitslieferanten. Limonaden sind dagegen für Ernährungsbewusste weniger empfehlenswert, da sie sehr zuckerhaltig und damit auch sehr kalorienreich sind. Das Gleiche gilt für Fruchtsäfte. Ein Liter Apfelsaft kommt auf rund 500 Kilokalorien. Besser sind verdünnte Fruchtschorlen – wobei mehrere Liter Apfelschorle über den Tag verteilt insgesamt ebenfalls ordentlich auf die Energiebilanz schlagen. Ein Tipp von Mediziner Hart: Wer beim Trinken nicht auf etwas Geschmack verzichten möchte und eine kalorienarme Alternative sucht, kann sein Wasser auch mit einem Spritzer Orangen- oder Zitronensaft verfeinern.

Getränke: Bei Zimmertemperatur trinken

Eine eisgekühlte Cola ist aus einem weiteren Grund nicht unbedingt der perfekte Durstlöscher im Sommer. Denn der Organismus muss Kaltes im Körperinneren erst aufheizen, um es auf die richtige Temperatur zu bringen. Unter Umständen schwitzt man deshalb nach einem kalten Getränk um so mehr. Am besten Flüssigkeiten mit Zimmertemperatur trinken.

Alkohol wirkt bei Hitze nicht nur schneller, sondern hat auch eine wassertreibende Eigenschaft. Bier, Wein und Hochprozentiges deshalb an heißen Tagen ebenfalls nur in Maßen genießen. Bei Kaffee kommt es darauf an, wie gut ihn der Einzelne verträgt. Er kann zwar laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auf die Flüssigkeitsbilanz angerechnet werden, dennoch fühlen sich viele nach einer Tasse mit der schwarzen Bohne leicht ausgetrocknet. Dagegen kann helfen, zum Kaffee ein Glas Wasser zu trinken.

Diabetes: Öfter Blutzucker messen

Ein Tipp für Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen: Das Essverhalten weicht an den heißesten Tagen im Jahr oft von dem im gewohnten Alltag ab. Um keine bösen Überraschungen mit zu hohen oder zu niedrigen Zuckerspiegeln zu erleben, lohnt es sich, die Werte lieber einmal zu oft als einmal zu wenig zu bestimmen, rät Hart.

Dazu kommt, dass Schwitzen als möglicher Unterzucker-Warnhinweis leicht falsch interpretiert wird. Wer hier im Zweifelsfall nachmisst, kann das Sommerwetter unbeschwerter genießen. Ob er sich nun ans Salatbüffet hält oder doch lieber bei den Steaks zugreift.


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