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Macht Fruktose dick?

Natürliche Süße – damit lässt sich gut werben. Doch wie gesund ist Fruchtzucker wirklich?


Fruchtzucker: das klingt süß und gesund. Wie Früchte eben. Lebensmittelhersteller nutzen Fruchtzucker (Fruktose) zum Beispiel, um Getränke, Ketchup oder Joghurts zu süßen. Bislang gern mit dem Etikett „für Diabetiker geeignet“, weil er den Blutzucker in geringen Mengen kaum steigen lässt. Aber: Es gibt Zweifel, wie gesund Fruchtzucker tatsächlich ist. „Fruchtzucker macht dick“ – diese Meldung ging zum Beispiel vor einiger Zeit durch die Medien. Zu Recht?

Fest steht: Was den Energiegehalt betrifft, steht Fruchtzucker herkömmlichem Zucker nicht nach: Jedes Gramm Fruchtzucker liefert vier Kilokalorien. Wer abnehmen will, liegt daneben, wenn er glaubt, mit dem Austausch von Zucker durch Fruktose Kalorien zu sparen.


„Dick“ kann Fruktose machen, wenn sie im Übermaß konsumiert wird. Etwain Form von Softdrinks, die mit Fruktose gesüßt sind. Experten vermuten, dass diese einer der Gründe für die Adipositas-Epidemie unter amerikanischen Jugendlichen sind. Auf Fruktose reagiert der Körper zudem nicht mit einer Ausschüttung von Insulin. Das Sättigungssignal, das Insulin an das Gehirn schickt, bleibt deshalb aus.

Aus Studien gibt es zudem Hinweise, dass Lebensmittel mit viel Fruktose die Blutfette ungünstig beeinflussen und eine Leberverfettung begünstigen. Diese kann wiederum die Insulinempfindlichkeit verschlechtern – ein Grund, der Menschen mit Diabetes eher abhalten sollte, Fruktose-gesüßte Produkte zu bevorzugen.

Häufig: Fruktose-Unverträglichkeit

Etwa 30 bis 40 Prozent der Menschen haben eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit. Diese kann unterschiedlich schwer sein, manchmal ist sie auch nur vorübergehend. Der Fruchtzucker kann dann vom Dünndarm nicht aufgenommen werden und gelangt in den Dickdarm. Dort bauen ihn Darmbakterien ab. Mögliche Folgen: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfälle.

Wer eine Fruchtzuckerunverträglichkeit vermutet, sollte mit seinem Arzt sprechen. In einigen Fällen ist dann auch die Aufnahme bestimmter Vitamine behindert, sodass es nötig sein kann, ein Vitaminpräparat einzunehmen.

Bleibt die Frage: Was spricht für Fruchtzucker als Zuckerersatz? Die Antwort: wenig. Die geplante Änderung der Diätverordnung sieht denn auch vor, dass Hersteller fruchtzuckerhaltiger Produkte nicht mehr mit dem Zusatz „für Diabetiker geeignet“ werben dürfen. Für Dr. Rolf Großklaus vom Bundesinstitut für Risikobewertung längst überfällig, denn: „Die guten Eigenschaften des Fruchtzuckers wiegen seine möglichen Nachteile nicht auf“, sagt der Experte.



Diabetes Ratgeber; 23.07.2010
Thinkstock/iStockphoto

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