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Obst: Verbotene Früchte für Diabetiker?

Obst enthält nicht nur Vitamine, sondern auch Zucker. Was heißt das für Menschen mit Diabetes?


Ein Apfel ist gesund, enthält auch viel Zucker

"An apple a day keeps the doctor away", sagt ein Sprichwort aus dem 19. Jahrhundert. Zu Deutsch: "Ein Apfel täglich hält den Doktor fern!" Auch wenn man damals noch nichts von "Vitaminen", "Ballaststoffen" oder "sekundären Pflanzenstoffen" wusste: Dass eine obstreiche Ernährung gesund ist, war schon zu dieser Zeit bekannt.

Aus dem Sprichwort ist längst eine offizielle Empfehlung geworden. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) raten sogar: Mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag sollten es sein!

Nur noch in saure Äpfel beißen?

Gerade Menschen mit Diabetes, deren Gefäße als Folge erhöhter Blutzuckerwerte schneller verkalken, wird regelmäßig ans Herz gelegt, viel Obst und Gemüse zu essen. Was manchem einiges Kopfzerbrechen bereitet: Schließlich steckt in Obst auch Zucker. Und der ist für einen Diabetiker bekanntlich nicht unproblematisch. Was also tun? Nur noch in saure Äpfel beißen und um süße Erdbeeren oder Kirschen einen großen Bogen machen?

Gleich vorneweg: Eine allgemeine Regel gibt es nicht. Viele Ernährungsexperten sind sich einig: Am wichtigsten ist es, überhaupt ausreichend Obst und Gemüse zu essen.

Vorteil: Obst und Gemüse enthalten wenig oder gar kein Fett

Gesund an Obst und Gemüse sind aber nicht nur die Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe. Weil sie praktisch kein Fett enthält, hilft eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse besonders gut dabei, Übergewicht zu vermeiden und abzunehmen.

Weil Gemüse besonders wenig Zucker, dafür aber viele Ballaststoffe liefert, empfiehlt die DGE jedem, ob Diabetiker oder nicht, täglich idealerweise drei Portionen Gemüse (ca. 400 Gramm) und zwei Portionen Obst (ca. 250 Gramm) zu essen. Umständliches Abwiegen ist übrigens in der Regel nicht nötig: Eine Portion entspricht etwa der Menge, die in eine Hand passt.

Auch wenn bestimmte Obstsorten, zum Beispiel Weintrauben oder Ananas, größere Mengen Traubenzucker oder Haushaltszucker enthalten, hält Dr. Astrid Tombek, leitende Ernährungsberaterin am Diabetes Zentrum Mergentheim, es für übertrieben, Diabetikern davon abzuraten: "Solange man nicht mehr als zwei Portionen Obst auf einmal isst, muss man nicht fürchten, dass der Zucker im Blut zu stark steigt. Diabetiker, die kurz wirkendes Insulin spritzen, können ihre Dosis einfach an die Obstmenge anpassen."

Anfangs den Blutzucker nach dem Obstessen kontrollieren

Diabetiker probieren am besten einfach aus, wie ihr Blutzucker auf verschiedene Obstsorten reagiert, indem sie den Zucker etwa eine Stunde nach dem Essen kontrollieren. Blutzuckerspitzen sind am ehesten zu erwarten, wenn die Portion zu groß war. Oder wenn man statt frischem Obst Trockenobst gegessen hat. Denn vier Apfelringe liefern zum Beispiel schon ähnlich viel Zucker wie ein frischer Apfel.




Bildnachweis: Brand X Pictures/ RYF
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Daniela Pichleritsch / Diabetes Ratgeber; aktualisiert am 01.10.2013, erstellt am 12.11.2009
Bildnachweis: Brand X Pictures/ RYF

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