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Schokolade ist gesund – oder doch nicht?

Schokolade macht glücklich – und soll auch noch gesund sein und gegen Bluthochdruck und Herzinfarkte helfen. Kann das wirklich stimmen?


Schokolade schmeckt gut – aber ist sie trotz der vielen Kalorien auch gesund?

Diabetes-Ratgeber-Chefredakteur Dr. Andreas Baum über Schokolade

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Die amerikanische Schauspielerin Katherine Hepburn war bekannt für ihre doppelsinnigen Bonmots. So pflegte sie Reportern, die sie nach dem Geheimrezept für ihre elegante Figur fragten, mit charmantem Lächeln zu antworten: „Ein Leben voller Schokolade!“

Schokolade: Süßes Wundermittel?

Schlank durch Schokolade? Würde das funktionieren, hätten vermutlich alle Figurprobleme bald ein Ende. Wer könnte solch einer „Diät“ schon wider­stehen? Dabei ist die Idee gar nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Das behaupten wenigstens kalifornische Forscher. Sie befragten mehr als 1000 Erwachsene zu ihren Ernährungsgewohnheiten und ihrem Gewicht. Erstaunliches Resultat: Die­jenigen, die sich regelmäßig Schokolade gönnten, brachten im Durchschnitt weniger Kilos auf die Waage. Eine Nachricht, bei der die Herzen von Schokolade-Fans mit Sicherheit höher schlagen dürften.


Überhaupt häufen sich in jüngster Zeit  die Meldungen über gesundheitliche Vorteile der süßen Leckerei: Schokolade, insbesondere bittere Sorten, könne dabei helfen, hohe Blutdruckwerte zu senken, Herzinfarkte und Schlaganfälle zu vermeiden und sogar Typ-2-Diabetes zu verhindern – heißt es. Auch eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen haben Wissenschaftler bereits ausgemacht: Sogenannte Flavonole, das sind im Kakaopulver enthaltene Pflanzenstof­fe, sollen für den Gesundheitsnutzen verantwortlich sein. Sie entspannen die Blutgefäße und senken so den Blutdruck, verbessern die Blutfettwerte und fördern die Durchblutung.

Gesunde Bitterstoffe im Kakao

Das könnte auch erklären, weshalb in den Studien vor allem bittere Schokolade so gut ­abschneidet. Denn die Flavonole sind es auch, die für den bitteren Geschmack des Kakaopulvers verantwortlich sind. Dunkle Schokolade enthält mindestens 60 Prozent Kakao. Die weitaus beliebtere, weil süßere Vollmilchschokolade besteht dagegen nur zu 30 bis 35 Prozent aus Kakao. Weiße Schokolade kommt sogar ganz ohne Kakaopulver aus.

Kalorien nicht vernachlässigen

Experten wie der Ernährungsmediziner und Diabetologe Chris­tian-Dominik Möller vom Bürgerhospital Frankfurt am Main bewerten die Berichte über „Schokolade als Medizin“ skeptisch. Studien, in denen die Teilnehmer Angaben zu ihren Ernährungsgewohnheiten machen, können zwar Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit Krankheiten wie einem Herzinfarkt geben, beweisen können sie diese aber kaum. Auch dass die Schokolade-Esser in der kalifornischen Studie im Durchschnitt schlanker waren (übergewichtig waren sie übrigens dennoch!), könnte viele andere Gründe haben. So trieben sie zum Beispiel regelmäßig Sport.

Eine unumstößliche Tatsache bleibt hingegen, dass Übergewicht krank machen kann. Und da lohnt es sich, seinen Schokoladenkonsum im Auge zu behalten: Eine Tafel, egal ob bitter oder Vollmilch, liefert rund 550 Kilokalorien. Das ist fast so viel wie eine Hauptmahlzeit. Legt man den statistischen Schokolade-Verbrauch zugrunde, verzehrt jeder Deutsche immerhin rund 110 Tafeln pro Jahr. Das entspricht rechnerisch über 60.000 Kalorien. Oder, noch weiter gerechnet, rund acht Kilogramm Fettgewebe.

Schokolade für die Psyche

Ernährungsspezialist Möller empfiehlt seinen Patienten jedoch nicht, auf Schokolade zu verzichten, sondern, im Gegenteil, ihren Genuss zu zelebrieren. Ein bis zwei Stückchen pro Tag, die langsam auf der Zunge schmelzen, und dazu ein Tässchen Espresso: Das ist in jedem Fall Balsam für Seele und Herz.




Bildnachweis: F1online digitale Bildagentur GmbH/Urbanlip, W&B

Dr. Sabine Haaß / Diabetes Ratgeber; erstellt am 04.09.2012
Bildnachweis: F1online digitale Bildagentur GmbH/Urbanlip, W&B

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