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Süßes ohne schlechtes Gewissen genießen

Nur Gemüse, Obst und Fleisch – das reicht nicht zum Glücklichsein. Manchmal kann man eben der Lust auf Schokolade & Co. nicht widerstehen


Ob Bonbons, Gummibärchen, Eis oder Schokolade: Süßes wirkt stimulierend, entspannend und tröstend

Wer von uns isst nicht gerne mal ein Stückchen Schokolade, um dem Stress im Alltag zu entfliehen und das Leben zu genießen? Kein Wunder, dass jährlich etwa 11 Kilogramm Schokolade pro Kopf in Deutschland gegessen werden. Dabei zählt für viele Menschen der Genuss mehr als die Tatsache, dass bestimmte Lebensmittel nicht so günstig für den Organismus sind. Ob Gummibärchen, Eis oder Schokolade: Ein Stück Süßes wirkt stimulierend, entspannend und tröstend. Gar eine antidepressive Wirkung wird der Schokolade zugeschrieben. Die Vorliebe für Süßigkeiten ist einerseits angeboren. Andererseits können Eltern schon bei der Ernährung ihrer Kinder Meilensteine legen, indem mehr gesunde als ungünstige Angebote gemacht werden.

In vielen Situationen überkommt uns einfach die Lust auf etwas Süßes. Doch darin sind viele Tücken enthalten, zum Beispiel in Form von Zucker und Fett als hohe Kalorienquellen. Auch der Diabetiker kann sich einen Riegel Schokolade gönnen, ohne sofort ein schlechtes Gewissen bekommen zu müssen. Der eine mag es weich und cremig, der andere beißt lieber in eine festere Tafel. Von der Schokolade hat man länger etwas, wenn man langsam einen Riegel auf der Zunge zergehen lässt, als gleich eine ganze Tafel zu verschlingen.

Je höher der Kakaoanteil, desto weniger Fett

Bei der Vielfalt der unterschiedlichen Angebote ist es auch eine Geschmacksfrage, welche Sorte oder Marke man auswählt. Am günstigsten sind solche mit einem hohen Kakaoanteil, und der ist bei Zartbitter größer als bei Vollmilchschokolade. Denn je höher der Kakaoanteil in der Schokolade, desto geringer ist der Gehalt von Fett. Die Hitliste führen heute aber nicht Bitterschokoladen, sondern nach wie vor die Milch- und Vollmilchschokoladen an.

 


Kakaogehalt von Schokolade

Durchschnittliche Zusammensetzungen verschiedener Schokoladensorten

Schokolade Kakaomasse Kakaobutter Milchpulver Zucker
Bitterschokolade 60 %
-
- 40 %
Zartbitterschokolade 50 %
5 % - 45 %
Vollmilchschokolade 30 %
10 % 25 % 35 %
Milchschokolade 15 % 15 % 20 % 50 %
Angaben in Anlehnung an die Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse

 

Schokolade enthält in geringer Konzentration zum Beispiel auch Anandamid und Phenylethylamid. Diesen Substanzen wird – allerdings in hohen Konzentrationen – eine glückssteigernde und lustfördernde Wirkung nachgesagt. Außerdem führt Schokolade zu einer Erhöhung des Serotoninspiegels. Serotonin ist ein Botenstoff, der eine ausgeglichene Stimmung bewirkt. Sinkt seine Konzentration, dann bekommen wir so richtig Heißhunger auf etwas Süßes. Für die Meisten ist Schokolade nur Genuss, Anderen dient sie zur emotionalen Stabilisierung. Aber der tröstende Effekt hält nur kurzfristig an.



Je niedriger der Kakaoanteil, desto milder schmeckt die Schokolade

Auf lange Sicht dagegen können Gewichtszunahme, Schwankungen des Blutzuckers und schlechtere Fettwerte auch zur Frustration führen. Nur durch bewusstes Umdenken lassen sich die Zügel fürs Süße im Zaum halten, die Macht der Gewohnheit ist dabei nicht zu unterschätzen. Wer es gewohnt ist, eine Tafel Schokolade vor dem Fernseher zu essen, wird auch künftig kaum ganz seine Finger davon lassen können. Eine Schale mit Gemüsesticks ist aber eine Alternative gegen den Heißhunger. Allerdings sollte jeder Ernährungsplan auch Platz für individuelle Vorlieben lassen, zu viele Einschränkungen und kompletter Verzicht wecken eher den Reiz für das Verbotene. Entscheidend ist auch die Dosis, denn sie macht das Gift. Deshalb ist es besser, sich etwas Gutes und Süßes gezielt zu gönnen.

Günstige Effekte von Kakao und Schokolade

Bis das Kakaopulver zum Einrühren in die Milch fertig ist oder unsere Lieblingsschokolade im Supermarktregal angeboten werden kann, hat die Kakaobohne einen langen Weg hinter sich. Dabei muss sie sehr aufwendig bearbeitet werden. Der größte Teil der Bohne besteht aus Kakaobutter, der Rest setzt sich zusammen aus Eiweißen, Zellulose, Stärke und Mineralien.



Ein natürlicher Bestandteil der Kakaobohnen sind Flavonole, die vor Arteriosklerose schützen können

Kakao enthält viele Wirkstoffe mit gesundheitsfördernden Effekten. So stecken in Schokolade und Kakaoprodukten wertvolle Flavonole. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zur Gruppe der Polyphenole. Sie sind auch in Obst, Gemüse, Fruchtsäften, Tee und rotem Wein zu finden. Den Flavonolen wird nachsagt, dass sie freie Radikale unschädlich machen können. Sie schützen die Innenwände der Blutgefäße (Arterien) vor Verkalkung. Besonders das sogenannte Epicatechin scheint in hohen Konzentrationen einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem zu haben. Flavonole sollen auch den Blutdruck senken können. Ein niedriger Blutdruck schont die Gefäße zusätzlich, weil die Gefäßinnenwände (Endothel) unter weniger Spannung stehen.

Auch wenn bereits Veränderungen an den Gefäßen vorliegen, können Flavonole einen Nutzen haben. Denn sie stabilisieren die Ablagerungen (Plaques) und verhindern dadurch akute Gefäßverschlüsse durch Aufbrechen dieser Verkalkungen. Die Flavonole stimulieren auch die Bildung des gefäßerweiternden Stickstoffmonoxids (NO) und führen so zu einer Verbesserung der Durchblutung. Der Fettstoffwechsel wird günstig verändert. So sinkt der Anteil von Gesamtcholesterin und gefäßschädigendem LDL-Cholesterin, die Fettablagerungen in den Schlagadern werden vermindert.

Studien haben gezeigt, dass der Verzehr von mindestens vier Gramm Flavonolen am Tag das Risiko für Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen deutlich senken kann. Dies gilt auch dann, wenn weitere Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht vorliegen. Flavonole machen die Gefäßwand elastischer und halten das Gefäßsystem länger unversehrt. Weiße Schokolade enthält allerdings keine Flavonole, so dass der günstige Effekt hierbei ausbleibt.

Willkommener Nebeneffekt: Verbesserung der Insulinwirkung

Ein zusätzlicher Nutzen entsteht durch die Verbesserung der Insulinsensitivität. Damit ist gemeint, dass der Körper besser auf das Insulin reagiert. Auch die Verklumpung der Blutplättchen, worunter vor allem Diabetiker leiden, scheint günstig beeinflusst zu werden. Bei Menschen mit Diabetes ist das Blut „klebriger“, so dass es schneller verklumpen kann.

Das heißt aber nicht, dass man sich von Kakao oder kakaohaltigen Produkten in großen Mengen ernähren soll. Die meist hohe Energiezufuhr durch solche Lebensmittel  lässt sich mit Übergewicht und Diabetes schlecht vereinbaren. Der Anteil des Kakaos lässt keine direkten Rückschlüsse auf den Gehalt an Flavonolen zu. Schokoladen, die bis zu 400 Milligramm in einer Hundertgrammtafel enthalten, sind sehr reich an Flavonolen. Ihr Anteil hängt allerdings von der Kakaosorte und der Anbaumethode ab. Das gesundheitsfördernde Potential von Schokolade darf aber nicht überschätzt werden. Wirkungsvoller zur Senkung des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen sind Maßnahmen wie Lebensstiländerungen durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Darauf sollten die therapeutischen Bemühungen zielen.




Bildnachweis: W&B/infozentrum-schokolade.de, W&B/Winfried Fischer, Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD
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www.diabetes-ratgeber.net; 18.08.2009, aktualisiert am 05.06.2012
Bildnachweis: W&B/infozentrum-schokolade.de, W&B/Winfried Fischer, Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD

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