Schneeräumen: So geht es richtig

Die Kälte und Anstrengung können vor allem dem Herz zusetzen. Sieben Tipps, wie Sie möglichst gefahrlos Schnee schippen
von Sabine Lotz, 09.01.2017

Auf die Schippe genommen: Beim Schneeräumen lieber langsam vorgehen

Thinkstock/iStockphoto

1. Leistungs-Check beim Arzt

Schneeschippen ist anstrengender, als es aussieht. Vor allem älteren Menschen und Herzpatienten setzen kalte Luft und Anstrengung zu. Das Herz pumpt schneller und braucht mehr Kraft, um das Blut durch die bei Kälte engeren Adern zu treiben. Aufpassen müssen zudem Menschen mit Asthma, da Anstrengung und kalte Luft Anfälle auslösen können.

Tipp: Fragen Sie erst den Arzt, was Sie sich beim Schneeschaufeln zumuten dürfen.

2. Erst mal spazieren gehen

Was vor jeder Turnstunde Pflicht ist, wird beim Schneeschippen meist vergessen: das Aufwärmen. Es schützt Muskeln und Gelenke vor Verletzungen.

Tipp: Bitte keine Kaltstarts vom Sofa an die Schneeschaufel, sondern erst mal warm machen, etwa zügig spazierengehen.

3. Vorher etwas essen

Schneeschippen verbraucht Kalorien. Deshalb muss vorher etwas in den Magen. Das gilt erst recht für Diabetiker, die Insulin spritzen, damit sie beim Schaufeln nicht unterzuckern. Empfehlenswert: ein Blutzucker von 150 bis 180 mg/dl (8,3 bis 10,0 mmol/l) vor dem Losschaufeln.

Tipp: Auch wenn sich der Schnee noch so türmt: bei niedrigem Blutzucker bitte erst an den Esstisch!

4. Wenig auf die Schippe nehmen

Wer vollgepackte Schneeschaufeln herumwuchtet, überfordert seinen Rücken. Faustregel: nassen Schnee mit einer breiten Schneewanne beiseite schieben, lockeren Schnee in kleinen Portionen mit einer normalen Schippe wegschaufeln.

Tipp: Wie anstrengend Schneeschippen ist, ist auch eine Frage des richtigen Geräts.

5. Warm einpacken

Ist der Körper gut eingepackt, bleiben die Blutgefäße weit, und das Herz muss nicht so schuften. Eher leicht bekleidet zum Schneeschippen gehen, weil man dabei sowieso ins Schwitzen kommt, ist keine gute Idee.

Tipp: Wer sich im Zwiebel-Look anzieht, kann später eine Schicht ablegen.

6. Rutschfeste Schuhe tragen

Ohne festen Halt bei jedem Schritt wird Arbeiten im Schnee zum Sturzrisiko. Feste Schuhe mit Profilsohle sind ein Muss. Erst recht für Menschen, die schon länger Diabetes haben und eventuell unter einer Neuropathie leiden, durch die das Gespür für die Beine nachlässt.

Tipp: Auch wenn es lästig ist: bei Schnee bitte nur in trittfesten Stiefeln vor die Tür gehen!

7. Das Gesicht vor Frost schützen

An viel Haut kommt die Winterkälte nicht heran, aber selbst dieses bisschen (unser Gesicht!) muss vor ihr geschützt werden. Denn in kalter Luft wird die Haut nicht nur schlechter durchblutet, sie verliert auch Feuchtigkeit. Das strapaziert vor allem reifere Haut, die im Winter schnell spröde wird, spannt und – vor allem im Mundbereich – zu kleinen Rissen neigt.

Tipp: Vor dem Ausflug in die Kälte bitte Gesicht und Lippen mit fettreicher Creme wappnen.


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