Wenn es nach Dr. Ronald Gerste geht, sollte die jährliche Augendruckmessung für jeden über 40-jährigen zur Selbstverständlichkeit werden. "Schätzungen zufoilge haben bis zu einer Million Menschen in Deutschland einen erhöhten Augeninnendruck – ein Glaukom – viele wissen aber nichts davon", son der Augenarzt und Generalsekretär des Initiativkreises zur Glaukomfrüherkennung e.V.
Das Glaukom, auch "Grüner Star" genannt (der Name stammt daher, dass die Pupille bei einem plötzlichen starken Anstieg des Augendrucks eine blau-grüne Färbung annehmen kann), zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen. Durch einen hohen Augeninnendruck wird der Sehnerv geschädigt. Das Tückische am Grünen Star ist, dass er meist schleichend verläuft und jahrelang unbemerkt bleibt. Einschränkungen des Gesichtsfeldes nehmen die Betroffenen häufig erst dann wahr, wenn der Sehnerv bereits stark geschädigt ist.
Das Risiko, ein Glaukom zu entwickeln, steigt mit dem Alter, wobei auch eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt. Meist tritt ein Glaukom nach dem 40. Lebensjahr auf, bei Kindern und Geschwistern von Glaukompatienten auch früher.
Bei diabetischer Retinopathie höheres Risiko
"Bei Diabetikern ist das Risiko erhöht, wenn sie an einer fortgeschrittenen Retinopathie mit krankhaften Gefäßneubildungen leiden", erklärt der Ulmer Augenarzt Professor Gerhard Lang. Die Gefäßwucherungen können den Abfluss des Kammerwassers stören und so den Druck imm Auge erhöhen. Auch, wer stark kurz- oder weitsichtig ist, hat ein erhöhtes Risiko.
Weil einmal eingetretene Schäden nicht mehr beseitigt werden können, ist die Vorsorge das A und O. Stellt sich ein erhöhter Augendruck heraus, hilft meist eine Behandlung mit spziellen Augentropfen. Nur wenn das nicht reicht oder es zu einem plötzlichen massiven Anstieg des Augendruckes kommt, kann eine Operation nötig werden. Die Augendruckmessung kostet etwa 20 Euro, wird aber von den Kassen meist nur bezahlt, wenn ein konkreter Verdacht besteht oder das Glaukomrisiko wegen anderer Augenkrankheiten, z.B. einer fortgeschrittenen Retinopathie, erhöht ist.
Das Kammerwasser wird ständig neu gebildet, versorgt Linse und Hornhaut mit Nährstoffen und fließt im Kammerwinkel wieder ab (vergleichbar einem Waschbecken, am dem ständig der Wasserhahn fließt).
Staut sich das Kammerwasser, weil z.B. der Abfluss im Kammerwinkel verstopft ist, steigt der Druck im Augeninneren, was zu einer Schädigung des Sehnervs führen kann.
A.Baum / www.diabetes-ratgeber.net;
01.07.2010, aktualisiert am 10.11.2010
Bildnachweis: W&B/ Ulrike Möhle, W&B/ Verband dt. Augenoptiker
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