Das tut der Haut im Winter gut

Bei Kälte braucht unsere Haut viel Zuwendung. Worauf Sie bei den einzelnen Hautpflegeprodukten achten sollten

von Daniela Pichleritsch, aktualisiert am 21.01.2016

Gut gepflegt? Im Winter trocknet die Haut leicht aus

Jump/Christiane Vey

Schade eigentlich, dass es zur Hautpflege kein "Eins-für-alles"-Produkt gibt. Stattdessen findet man in den Regalen eine Vielfalt an Tuben, Tiegeln und Fläschchen. Für jede Körperregion und jeden Hauttyp ist etwas eigenes dabei – ob als Creme, Lotion, Schaum, Serum oder Gel.

Die Vielfalt ist verwirrend, hat jedoch gute Gründe. Denn während sich etwa eine Körperlotion prima eignet, um große Hautflächen nach dem Duschen einzureiben, sollte man sie nicht im Gesicht anwenden. "Hier könnte sie in die Augen geraten und die Bindehaut reizen", so Hautarzt Professor Peter Elsner von der Universitätshautklinik Jena. Welche Produkte sich in der kalten Jahreszeit anbieten, lesen Sie hier.


1. Creme

Der Klassiker fürs Gesicht. Im Winter ist die Haut meist trocke­ner, daher sollte die Creme mehr Fett enthalten. Gut eignen sich zum Beispiel Gesichts­cremes mit Ceramiden (hauteigenen Fetten), Mandel- oder Olivenöl sowie Feuchthaltefaktoren wie Hyaluronsäure.

Dermatologe Elsner rät, auch im Winter eine Tagescreme mit Lichtschutz zu verwenden. Wer bei frostigen Temperaturen unterwegs ist, sollte zusätzlich Kälteschutzcreme auftragen. Drinnen muss diese wieder entfernt werden, da die Haut sonst überwärmt.

2. Lotion

Sie lässt sich leicht verteilen und eignet sich daher für große Körperpartien. "Im Winter ist es besonders wichtig, nach jedem Duschen oder Baden eine Lotion aufzutragen und diese sorgfältig zu verteilen", sagt Experte Elsner. Falls man sich schwertut, etwa am Rücken, sollte man sich von Angehörigen helfen lassen. Bei trockener Haut rät Elsner zu einer fettreicheren Lotion, die neben pflanzlichen Fetten oder Ceramiden auch Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea) enthält.

3. Serum

Ein Serum versorgt das Gesicht mit einer Extra-Portion Feuchtigkeit. Es enthält Wirkstoffe wie Hyaluronsäure in hoher Konzentration und zieht tiefer in die Haut ein als eine Creme. Seren sind oft fettfrei und werden vor der Creme aufgetragen. Weil ein Serum keine Fettränder an Kleidung hinterlässt, ist es auch ideal für Hals und Dekolleté. Ansonsten kann man dort Gesichtscreme verwenden.

4. Gel

Im Winter sind Gele weniger zur regelmäßigen Anwendung geeignet: Wegen des hohen Wassergehalts können sie auf der Haut gefrieren. Zudem trocknen sie die Haut aus. Bei einem Pisten-Sonnenbrand spricht nichts dagegen, abends ein kühlendes Gel auf die Nase zu schmieren.

5. Cremeschaum

Schäume sind ideal zur Fußpflege. Sie lassen sich leicht verteilen und ziehen schnell ein – man kann sofort wieder in Socken und Schuhe schlüpfen. "Auch Schäume sollten Feuchthaltefaktoren enthalten", sagt Hautarzt Professor Elsner. Weil Cremeschäume fettärmer sind als Cremes, kann es im Winter sinnvoll sein, zusätzlich eine Fußcreme zu verwenden. Tipp: morgens die Füße mit Schaum pflegen, abends mit Creme. Produkte mit mindestens zehn Prozent Harnstoff beugen übermäßiger Verhornung vor.

6. Öl

Öle eignen sich als ergänzende Pflege bei trockener Haut, auch im Gesicht. Sie können Dehnungsstreifen (etwa am Oberschenkel oder am Bauch) vorbeugen. "Damit das Öl gut aufgenommen wird, massiert man es am bes­ten nach dem Duschen oder Baden in die feuchte Haut ein", rät Apothekerin Margit Schlenk aus Nürnberg. Besonders geeignet: pflanzliche Öle, etwa aus Mandel oder Avocado.

7. Salbe

Eine Salbe mit Harnstoff oder Dexpan­thenol kann schuppige und raue Hautstellen glätten, zum Beispiel am Ellenbogen oder am Knie. Salben enthalten mehr Fett und lassen sich schwerer verteilen als Cremes oder Lotionen, außerdem ziehen sie schlechter ein. "Deshalb sollte man etwas länger warten, bis man ein Kleidungsstück über die behandelte Hautstelle zieht", rät Dermatologe Elsner.

Hautreinigung: Darauf sollten Sie achten

  • Für das Gesicht verwenden Sie am besten eine Reinigungsmilch oder -creme. Seife oder Gel können die Haut weiter austrocknen.
  • Beim Duschen reicht es meist, geruchsanfällige Stellen wie Füße und Achseln einzuschäumen. Dafür eignet sich rückfettende Waschlotion. Duschen Sie im Winter möglichst nur alle zwei Tage, am besten kurz und lauwarm. 
  • Ein Vollbad sollten Sie sich höchstens einmal pro Woche gönnen (maximal 37 Grad, und möglichst kurz). Geben Sie einen Schuss Badeöl ins Wasser. 
  • Tupfen Sie die Haut nach dem Waschen mit einem weichen Handtuch trocken – auch Bereiche, in denen Haut auf Haut liegt, etwa unter den Achseln oder zwischen den Zehen.


Bildnachweis: Jump/Christiane Vey

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