Endlich wieder Haut zeigen! Endlich wieder an die Sonne! Doch Vorsicht: Hohe Zuckerwerte können bei Diabetikern auf Dauer zu einer Abnahme der Schweiß- und Talgproduktion führen. Die Haut ist deshalb bei vielen Menschen mit Diabetes besonders trocken und empfindlich – und braucht liebevolle Pflege. Welche genau, das erklären der Hautarzt Dr. Andreas Kleinheinz, Oberarzt am Dermatologischen Zentrum der Elbe Kliniken in Buxtehude, und Anita Buhmaier, Apothekerin in Schrobenhausen.
Die wärmenden Strahlen sind leider auch gefährlich. Sie lassen die Haut altern und steigern die Krebsgefahr. Wichtig ist deshalb Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen. „Ich rate zu physikalischen Sonnenfiltern etwa mit Zink- oder Titandioxiden“, so Dermatologe Kleinheinz. Sie eignen sich auch für empfindliche Haut. Die Strahlen prallen am Filter ab. Chemische Filter dringen dagegen in die Haut ein. Am schonendsten: die Haut mit spezieller UV-Schutzkleidung abschirmen.
Ein Bad in der Sonne macht die Haut durstig. Höchste Zeit, ihr abends eine Portion Feuchtigkeit zu gönnen. Am besten, so Apothekerin Buhmaier, mit After-Sun-Produkten. Sie enthalten pflegende, hautberuhigende und antientzündliche Stoffe wie Aloe vera, Dexpanthenol oder Hamamelis. Auch feuchtigkeitsspendende Lotionen, etwa mit Urea, eignen sich für trockene Haut. Leichte Hautrötungen lindert ein Dexpanthenol-Spray.
Gesünder bräunt die Haut mit Nachhilfe aus der Tube. Selbstbräuner wenden Sie am besten nach dem Duschen an, das gibt ein gleichmäßiges Ergebnis. Nach wenigen Stunden zeigt sich das Resultat, das drei Tage vorhält. Selbstbräuner eignen sich für alle Hauttypen, sie schützen aber nicht vor Sonnenbrand. Und: Nicht auf geschädigte Areale auftragen!
Brillen sehen cool aus – und können darüber hinaus die Augen vor schädigenden UV-Strahlen schützen. Für einen optimalen Effekt muss die Brille das UV-Licht aber fast vollständig herausfiltern. Das leisten nur gute Gläser. Man erkennt sie am CE-Zeichen. Dunkle Gläser ohne UV-Filter lassen die Sonnenstrahlen übrigens erst recht ans Auge, weil sie verhindern, dass die Pupillen sich verengen.
Sonne heißt auch: Stress für die Haare. Salzwasser, Chlor und Sonne trocknen sie aus und machen sie struppig. Ein Sonnenhut schützt am besten. Nach einem Tag am Strand sollten Sie die Haare höchstens lauwarm mit einem feuchtigkeitsregulierenden Shampoo waschen.
Her mit den Sandalen! Jetzt lohnen sich ein paar Extra-Pflegeeinheiten. Wichtig für Diabetiker mit Nervenstörungen: Nicht barfuß laufen. „Wer spitze Steine oder heißen Sand nicht spürt, läuft Gefahr, sich zu verletzen“, so Apothekerin Anita Buhmaier.
Anne-Bärbel Köhle / Diabetes Ratgeber;
10.07.2012
Bildnachweis: Strandperle Medien Services e.K/OJO Images
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